25.4.2005, 11:30 Uhr
Astronomen feiern Hubbles Geburtstag

Vor exakt 15 Jahren begann eine neue Ära in der Astronomie, indem das Weltraumteleskop Hubble im All ausgesetzt wurde. Zur Feier des Jahrestages haben die verantwortlichen Wissenschaftler das Instrument erneut auf zwei alte Bekannte gerichtet - die scheinbar mit Brillanten besetzte Whirlpool-Galaxie und die "Säulen der Schöpfung" im Adlernebel.

Hubble war am 25. April 1990 vom Spaceshuttle Discovery in die Erdumlaufbahn entlassen worden. Seitdem hat das Teleskop mehr als 22.000 Objekte am Himmel unter die Lupe genommen und über 700.000 Aufnahmen angefertigt. Besonders weiter Verbreitung - etwa auf Kaffeetassen und Postern oder als Dekoration in Sciencefiction-Serien - erfreuten sich rasch die farbenprächtigen Bilder der Spiralgalaxie NGC 5194 mit ihren hellen Armen und die seitlich angestrahlten Finger aus Gas und Staub im Adlernebel M16. Beide Objekte wurden nun mit der im Jahr 2002 nachgerüsteten Advanced Camera for Surveys (ACS) erneut abgelichtet.

Bild der Whirlpool-Galaxie

Die Whirlpool-Galaxie NGC 5194 verdankt ihren Namen den zwei langen gewundenen Spiralarmen, die sich wie in einem gewaltigen Strudel um das Zentrum der Galaxie winden. Gespickt sind sie mit blau und lila strahlenden Geburtsstätten neuer Sterne, während der Kern mit seinen älteren Sternen gelblich schimmert. Besonders interessant für die Astronomen ist eine kleinere Nachbargalaxie, die scheinbar an einem der Spiralarme zieht. Die neue Aufnahme belegt, dass dieses Objekt tatsächlich weit hinter seinem größeren Vetter liegt.

Bild: 'Finger' im AdlernebelNicht minder imposant präsentiert sich ein fast zehn Lichtjahre langer Finger aus kaltem Gas und Staub im Adlernebel. In dem Nebel entstehen ständig neue Sterne, deren intensive ultraviolette Strahlung bizarre Strukturen aus dem verbliebenen Material fräst. Gleichzeitig sorgen diese Sterne für die passende Beleuchtung, sodass sich ihr Werk umso spektakulärer vor dem Hintergrund abzeichnet.

Die Zukunft des Weltraumteleskops sieht an seinem 15. Geburtstag etwas rosiger aus als noch vor einigen Wochen. Nach dem Auseinanderbrechen des Spaceshuttle Columbia im Jahr 2003 hatte NASA-Chef Sean O'Kefee weitere Shuttlemissionen zu Hubble gestrichen. Ohne Wartung dürfte das Teleskop jedoch spätestens im Jahr 2008 die Fähigkeit einbüßen, eine stabile Orientierung im Raum einzunehmen. O'Kefees erst kürzlich ernannter Nachfolger Mike Griffin hat nun angekündigt, die Entscheidung im Falle einer erfolgreichen Wiederaufnahme der Shuttleflüge zu überdenken.

Bild Whirlpool-Galaxie: NASA, ESA, S. Beckwith, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Bild Adlernebel: NASA, ESA, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)


Forschung: Space Telescope Science Institute, Baltimore, Maryland

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Hubble

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