30.4.2005, 15:14 Uhr
Tatsächlich ein Exoplanet

Bei dem vor einem Jahr erstmals gesichteten Objekt handelt es sich tatsächlich um einen fernen Planeten. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe nach der Auswertung neuer Aufnahmen. Rund 200 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild der Wasserschlange gelegen, kreist das riesige Objekt auf einer weiten Bahn um einen Braunen Zwerg.

"Unsere neuen Bilder belegen, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Planeten handelt - den ersten abgelichteten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems", so Gael Chauvin von der Europäischen Südsternwarte in Santiago, Chile. Der Forscher und seine Kollegen schätzen, dass der riesige Planet die fünffache Masse des Jupiter besitzt und seinen Beinahe-Stern im Abstand von etwa 8,3 Milliarden Kilometern umkreist - entsprechend dem 55-fachen des Abstandes der Erde von der Sonne.

Aufnahme des rötlichen Exoplaneten in der Nähe des (relativ) hell strahlenden Braunen Zwergs

Bild: ESO

Der erste Schnappschuss des Exoplaneten war Gauvin und Kollegen im April letzten Jahres gelungen. Aufgenommen mit einem der ESO-Großteleskope auf dem Cerro Paranal, zeigt das Bild ein rötliches Objekt nahe des Braunen Zwergs 2MASSWJ1207334-393254. Im August durchgeführte Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble bekräftigten die Annahme, dass es sich bei dem Objekt nicht etwa um einen im Hintergrund liegenden Stern handelt. Um Gewissheit zu erlangen, mussten die Forscher jedoch weitere Beobachtungen im gebührenden zeitlichen Abstand durchführen.

Im März und April dieses Jahres, gut ein Jahr nach der ersten Sichtung, richteten Gauvin und Kollegen nun erneut eines der VLT-Teleskope auf das exotische Duo. Demnach bewegen sich die beiden Objekte tatsächlich gemeinsam durch das All. "Unsere Entdeckung ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einem der wichtigsten Ziele der modernen Astrophysik dar", erläutert Gauvins Kollegin Anne-Marie Lagrange vom Observatoire de Grenoble, "der Charakterisierung der physikalischen Struktur und der chemischen Zusammensetzung riesiger und letztlich auch erdähnlicher Planeten."

Grafik: Der Exoplanet als Gasriese mit Wolkenbändern, im Hintergrund der Braune Zwerg als 'schwacher Abklatsch' der Sonne

Bild: ESO


Forschung: Gael Chauvin, ESO, Santiago de Chile; Anne-Marie Lagrange, Laboratoire d'Astrophysique, Observatoire de Grenoble; Benjamin Zuckerman, Department of Physics & Astronomy, University of California, Los Angeles; und andere

Veröffentlichung in Astronomy & Astrophysics

WWW:
European Southern Observatory
- Homepage Gael Chauvin
Observatoire de Grenoble
Hubble bekräftigt erste Sichtung eines Exoplaneten

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