29.4.2005, 14:20 Uhr
NASA testet künstliche Schwerkraft
Mit einer Art Menschenschleuder will die amerikanische Weltraumbehörde NASA testen, ob Zentrifugen die negativen Folgen der Schwerelosigkeit lindern können. Wie auch bei früheren Studien, müssen die Probanden dabei wochenlang strikte Bettruhe einhalten. Die Hälfte von ihnen legt sich jedoch einmal täglich in eine große Zentrifuge, um ihrem Körper ein Gefühl von oben und unten zu vermitteln.
Leben in Schwerelosigkeit ist mancherlei Hinsicht lästig und führt langfristig zum Verlust von Knochen- und Muskelmasse. In zahlreichen Sciencefiction-Erzählungen - allen voran die legendäre "Odyssee im Weltraum" mit ihren rotierenden Orbitalstationen, Raumschiffen und Toilettenkabinen - wird dieses Problem mit Hilfe der Zentrifugalkraft gelöst.
Foto: NASA/JSC
Eben dieses Prinzip wird in der neuen Studie an der University of Texas in Galveston erprobt. Beginnend im Sommer diesen Jahres, werden 32 Freiwillige drei Wochen lang im Bett verbringen. Die Kopfenden ihrer Liegen sind um sechs Grad abgesenkt, sodass ihnen das Blut ähnlich leicht zu Kopf steigen kann wie echten Astronauten. Einmal täglich werden sich jeweils zwei Teilnehmer in eine eigens konstruierte Zentrifuge mit sechs Metern Spannweite legen. Diese Füße nach außen weisend, werden sie darin eine Stunde lang eine Zentrifugalkraft von bis zu 2,5 g erfahren, dem Zweieinhalbfachen der Schwerkraft am Erdboden.
Auch die europäische Weltraumagentur ESA führt bereits seit längerer Zeit Bettruhe-Studien durch, um mehr über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus zu erfahren. In einer derzeit laufenden Studie werden ebenfalls mögliche Gegenmaßnahmen getestet, in diesem Fall eine besondere Ernährung und tägliches Training mit einem Bett-Trimmrad.
Foto: NASA/JSC
Forschung: Bill Paloski, Human Adaptation and Countermeasures Office, NASA Johnson Space Center, Houston; University of Texas Medical Branch, Galveston; und andere
WWW:
NASA Johnson Space Center
- Human Adaptation and Countermeasures Office
Zentrum für Weltraummedizin, Charité Berlin
ESA startet Bettstudie
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