16.3.2005, 19:52 Uhr
Wie auf Krücken: Fledermäuse im Galopp
Vampirfledermäuse zeichnen sich nicht nur durch ihre Ernährungsweise aus, berichten zwei amerikanische Zoologen im Magazin "Nature". Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen verfügen die Vampire sogar über einen ureigenen Laufstil - einen Galopp, bei dem die Arme den größten Teil des Vorschubs leisten.
Da Fledermäuse die einzigen zum Flatterflug fähigen Säugetiere seien, unterscheide sich ihr Körperbau deutlich von dem anderer Landsäuger, erläutern Daniel Riskin und John Hermanson von der Cornell University in Ithaca, New York. Als Folge können die meisten Fledermäuse am Boden nur umständlich vorwärts robben. Offenbar hätten Vampirfledermäuse das Laufen später wieder neu "erfunden".
Bilder: Copyright Cornell University
Riskin und Hermanson studierten den Gemeinen Vampir (Desmodus rotundus). Ebenso wie ihre zwei Schwesterarten in Lateinamerika beheimatet, besitzt die Art regelrechte Laufpolster an ihren Daumen. Und bereits früher war aufgefallen, dass sie am Boden sehr viel beweglicher ist als andere Fledermäuse. Bei in Gefangenschaft gehaltenen Individuen hatte man sogar eine Art Galopp beobachtet. Dabei erreichen die Tiere Geschwindigkeiten von über zwei Metern pro Sekunde.
Mit Hilfe von Laufbandexperimenten ermittelten die Forscher nun, dass es sich dabei um eine reguläre Gangart der Vampire handelt. Bei relativ niedrigen Bandgeschwindigkeiten hielten ihre fünf Probanden durch für Vierbeiner typisches Trotten die Position. Ab etwa 0,3 Metern pro Sekunde gingen sie jedoch in einen eigentümlichen Galopp über: Abgesehen von einer ausgeprägten Phase ohne Bodenkontakt, erinnert diese Gangart an die eines Menschen mit einem Gipsbein, der sich auf Krücken rasch vorwärts bewegt.
Forschung: Daniel K. Riskin und John W. Hermanson, Department of Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York
Veröffentlicht in Nature, Vol. 434, 17. März 2005, p 292
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Hermanson Lab
Homepage Daniel Riskin
Biologie der Vampirfledermaus
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