13.6.2005, 18:56 Uhr
Fingerscan für schonendes Bremsen

Eine kurze Fingeruntersuchung soll Autofahren künftig noch sicherer machen. Britische Ingenieure entwickeln ein System, das die Knochendichte der Insassen misst und dann die Nachgiebigkeit der Sicherheitsgurte entsprechend anpasst.

Auf diese Weise könnten Verletzungen des Brustkorbs bei plötzlichen Bremsmannövern vermieden werden, erläutert Roger Hardy von der Cranfield University. Das Verletzungsrisiko könne möglicherweise zusätzlich gesenkt werden, indem das System je nach Statur eines Insassen und je nach Beschleunigung auch das vollständige Aufblasen eines Airbags unterbinde.

Die Messung der Knochendichte erfolge ähnlich wie bei einer Osteoporose-Vorsorgeuntersuchung per Ultraschall, so der Forscher weiter. "Das System könnte in das Armaturenbrett, die Fahrertür oder bei hinreichender Miniaturisierung sogar in den Schalthebel eingebaut werden." Und über die elektronische Zündsteuerung könne gewährleistet werden, dass der Wagen sich erst bewege, nachdem alle Insassen getestet worden seien.

Hardy und seine Universitätskollegen führen ihre Arbeiten im Rahmen des Projekts "Bone Scanning for Occupant Safety" (BOSOC) durch, an dem neben der Loughborough University auch Automobilhersteller bzw. -zulieferer und das britische Verkehrsministerium beteiligt sind. Zwar haben die Forscher bereits einen Prototyp des Fingerscanners entwickelt. Bis das Gesamtsystem die Marktreife erreicht habe, werde es jedoch noch einige Zeit dauern, so Hardy.


Forschung: Roger Hardy, Cranfield Impact Centre, School of Industrial and Manufacturing Science, Cranfield University; BOSCOS-Konsortium

WWW:
Cranfield Impact Centre
UK Department for Transport

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