29.3.2005, 17:10 Uhr
Spätes Leben bei Roten Riesen?

Die Chancen, Leben auf fernen Planeten zu entdecken, stehen deutlich besser als bislang angenommen. Zu dieser Einschätzung gelangt eine internationale Forschergruppe nach einer Durchmusterung der kosmischen Nachbarschaft der Erde. In zahlreichen Sternsystemen könnten sich eisige Himmelskörper in lebensfreundliche Welten verwandelt haben, indem sich das alternde Zentralgestirn zu einem Roten Riesen aufblähte.

"Unsere Resultate sprechen dafür, bei der Suche nach Leben beherbergenden Welten außerhalb unseres Sonnensystems auch Planeten bei alten Sternen zu berücksichtigen", so Bruno Lopez vom Observatoire de la Côte d'Azur in Nizza. Der Forscher und seine Kollegen gehen davon aus, dass es mindestens 150 Rote Riesen im Umkreis von 100 Lichtjahren um die Erde gibt - nahe genug, um auf möglichen Planeten dieser Sterne den optischen Fingerabdruck von Leben entdecken zu können.

Illustration: Roter Riese mit Planeten

Ein sonnenähnlicher Stern hat sich in einen Roten Riesen verwandelt und die 'bewohnbare Zone' nach außen verschoben. Grafik: NASA

Der Anfang vom Ende eines Sterns beginnt, wenn in seinem Kern der Wasserstoffvorrat zur Neige geht. Die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium verlagert sich allmählich in weiter außen liegende Abschnitte und schließlich setzt im Kern auch die Fusion von Helium zu noch schwereren Elementen ein. Als Resultat dehnt sich die Hülle des Sterns auf ein Vielfaches ihres vorherigen Durchmessers aus und kühlt sich merklich ab - trotz der doppelten "Befeuerung" aus dem Inneren.

Diese Vorgänge haben Folgen für die Umgebung des Gestirns, erläutert Lopez' Kollege William Danchi vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. Beispielsweise liege der Mars im Sonnensystem außerhalb der "bewohnbaren Zone", jenes Bereichs, in dem die Entfernung zum Zentralgestirn die Existenz von flüssigem Wasser erlaube. Dies werde sich ändern, wenn die Sonne in einigen Jahrmilliarden zu einem Roten Riesen werde. "Der Mars wird dann für einige Milliarden Jahre innerhalb der bewohnbaren Zone liegen und das Leben dort eine zweite Chance erhalten", erklärt Danchi. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass es auf dem Mars reichlich Wasser gebe - derzeit allerdings in Form von Eis.


Forschung: Bruno Lopez, Observatoire de la Côte d'Azur, Nizza; William Danchi, NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; und andere

WWW:
Observatoire de la Côte d'Azur
Spätphasen der Sternentwicklung
Ein zugefrorener See auf dem Mars

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