8.4.2005, 12:08 Uhr
Mediterrane Kost verlängert das Leben

Eine Ernährung im mediterranen Stil erhöht die Lebenserwartung älterer Menschen. Das zeigen die Resultate einer groß angelegten Studie, die eine internationale Forschergruppe jetzt im "British Medical Journal" vorstellt. Je stärker sich Studienteilnehmer an die so genannte Mittelmeerdiät hielten, desto niedriger war ihre Sterblichkeit.

Mehrere kleinere Studien hatten bereits vermuten lassen, dass sich die in den Mittelmeerländern typische Ernährungsweise günstig auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirkt. Auf dem Speiseplan stehen dabei reichlich Gemüse und Getreide, Olivenöl und Fisch, zudem wird zu den Mahlzeiten gerne ein Glas Wein getrunken. Milchprodukte und Fleisch werden eher selten verspeist und insgesamt wenig gesättigte Fettsäuren aufgenommen.

Die Forscher um Antonia Trichopoulou von der Universität Athen analysierten nun Daten über 74.607 Einwohner neun europäischer Länder, darunter auch Deutschland. Alle nahmen an der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) teil und waren bei ihrem Studieneintritt mindestens 60 Jahre alt. Mit einer Skala von 0 bis 9 - entsprechend einer über bzw. unter dem Mittel liegenden Aufnahme von neun günstigen bzw. ungünstigen Nahrungskomponenten - stuften die Forscher ein, wie "mediterran" die Ernährung der einzelnen Teilnehmer war.

Mit diesem Wert stieg auch die Lebenserwartung, zeigte die Verknüpfung mit den klinischen Daten. Zwei Punkte mehr auf der Ernährungsskala gingen mit einer insgesamt 7 Prozent geringeren Sterblichkeit einher, ermittelte die Forschergruppe. Bei drei zusätzlichen Punkten waren es 11, bei vier Punkten 14 Prozent. Ein 60-jähriger Mann mit 6 bis 9 Punkten auf der Skala, entsprechend einer durchaus mediterranen Ernährungsweise, lebt daher im Schnitt ein Jahr länger als ein Altersgenosse mit 0 Punkten.

Der Effekt war in allen betrachteten Ländern praktisch gleich stark. "Diese Art der Ernährung könnte für ältere Leute, die einen rasch steigenden Anteil der europäischen Bevölkerung stellen, besonders geeignet sein", schließen Trichopoulou und Kollegen.


Forschung: Antonia Trichopoulou, Department of Hygiene and Epidemiology, University of Athens Medical School; Heiner Boeing, Abteilung Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam; und andere

Online-Veröffentlichung British Medical Journal, DOI 10.1136/bmj.38415.644155.8F

WWW:
Hygiene and Epidemiology, Universität Athen
EPIC
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Pfunde weg mit Rotwein und Öl

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