30.5.2005, 15:00 Uhr
Riesen-Sterben durch Klimaveränderung
Australiens Megafauna wurde das Opfer von Klimaveränderungen. Diese Hypothese stützen neue Ausgrabungsergebnisse australischer Paläontologen. Vor gut 40.000 Jahren starb demnach nicht nur lohnende Jagdbeute wie riesenhafte Beuteltiere und Vögel aus. Auch kleinere Tierarten erfuhren einen drastischen Rückgang.
Nach Ansicht von Gilbert Price von der Queensland University of Technology in Brisbane hält dieser Befund auch Lehren für die Zukunft bereit. "Wenn wir Umweltveränderungen in der Vergangenheit und ihren Einfluss auf das Aussterben von Arten dokumentieren können, hilft uns dies vielleicht, die Auswirkungen künftiger Klimaveränderungen auf moderne Arten einzuschätzen."
Price und seine Kollegen führten eine systematische Ausgrabung in den Darlings Downs im Südosten Queenslands durch. In einem zehn Meter tiefen Schnitt durch ein Flussbett registrierten die Forscher peinlich genau das Auftreten von 44 Tierarten - von Landschnecken, Fröschen und Echsen bis hin zu riesigen Wombats und Kängurus.
"Im untersten, etwa 45.000 Jahre alten Grabungsabschnitt dominieren auf Wälder und Dickichte angewiesene Arten", erläutert Price. Jüngere Sektionen enthielten dagegen sowohl sehr große als auch kleine Arten, die im Hinblick auf ihren Lebensraum Generalisten seien oder auf offenen Flächen lebten. "Dies lässt vermuten, dass sich die Landschaft damals hin zu einem offenen Grasland entwickelte." Hinweise auf menschliche Aktivität seien nicht vorhanden.
Diese Resultate sprächen für die Vermutung, die australische Megafauna sei immer wärmeren und trockeneren Bedingungen zum Opfer gefallen, so der Forscher. Gemäß dem ebenfalls diskutierten "Blitzkrieg-Szenario" wurden die großen Tiere dagegen von den ersten menschlichen Jägern auf dem fünften Kontinent ausgerottet. Einige Forscher vermuten dagegen, vom Menschen gelegte Brände könnten die Nahrungsgrundlage der Riesen zerstört haben. Ähnlich plötzlich starben auch auf der nördlichen Hemisphäre Arten wie Säbelzahntiger und Mammut aus.
Forschung: Gilbert Price und Greg Webb, School of Natural Resource Science, Queensland University of Technology, Brisbane; und andere
Veröffentlichung in Memoirs of the Queensland Museum
WWW:
Australian Megafauna
Dinnertime at Cuddie Springs
Massensterben durch prähistorische Brandstifter?
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