3.6.2005, 17:12 Uhr
Inzucht bedroht Hummeln

Die Zerstückelung der Landschaft macht Hummeln gleich mehrfach zu schaffen, haben britische Biologen entdeckt. Den Tieren geht nicht nur der Lebensraum aus. Indem sie sich immer häufiger mit nahen Verwandten paaren müssen, wechselt ein Teil ihrer Nachkommenschaft das Geschlecht und wird zu sterilen Männchen.

"Männliche Hummeln arbeiten nicht und haben nur einen einzigen Zweck: die Paarung", so Dave Goulson von der University of Southampton. "Ein steriles Männchen ist daher weniger als nutzlos." Nester mit vielen solcher Individuen seien vermutlich dem Untergang geweiht.

Goulson und seine Kollegen studierten eine Reihe von Hummelarten in Großbritannien, von den Hebriden im Norden bis zur Küste von Kent im Süden. Gerade in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft sind die Hummeln demnach auf Schutzgebiete beschränkt, regelrechten "Inseln" inmitten eines Ozeans aus Feldern. Derart zur Inzucht gezwungen, produzieren viele Hummelköniginnen Nachwuchs, der genetisch zwar weiblich ist, sich jedoch zu Männchen entwickelt.

"Dies bedeutet, dass selbst in sorgsam gehüteten Naturschutzgebieten die letzten Populationen dieser selten gewordenen Insekten aussterben könnten", befürchtet Goulson.


Forschung: Dave Goulson, School of Biological Sciences, University of Southampton

WWW:
Homepage Dave Goulson
- Gardening for bumblebees
Hummeln
Pestizid bremst Hummeln
Jede Hummel hat ihren Suchstil

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: