2.6.2005, 20:06 Uhr
Arktische Seen verschwinden
Der Anstieg der Temperaturen in der Arktis geht an den dortigen Seen nicht spurlos vorüber. Entsprechende Beobachtungsresultate präsentieren amerikanische Geowissenschaftler im Magazin "Science". Indem der Permafrostboden immer stärker taut, scheinen zunächst mehr Seen zu entstehen, die dann jedoch förmlich auslaufen.
Laurence Smith von der University of California, Los Angeles, und seine Kollegen studierten ein gut 515.000 Quadratkilometer großes Gebiet im westsibirischen Tiefland. Begrenzt durch die Karasee im Norden, den Ob im Westen und Süden sowie den Jenissei im Osten, finden sich hier Abertausende Seen unterschiedlichster Größe. Die Forscher analysierten Anfang der 70er-Jahre und Ende der 90er-Jahre angefertigte Satellitenaufnahmen des Gebiets.
Foto: Courtesy of Laurence C. Smith
In drei Jahrzehnten ist die Zahl der über 40 Hektar großen Seen um 1.170 und die gesamte Seefläche um 93.000 Hektar gesunken, entsprechend einem Rückgang von 11 bzw. 6 Prozent, fanden die Forscher. Die Entwicklung verlief jedoch regional höchst unterschiedlich: Während im Süden des Gebiets Zahl und Fläche der Seen deutlich sanken, stiegen die Werte im Norden sogar. Die Ursache für diese gegensätzlichen Trends vermuten Smith und Kollegen in der mit der geographischen Breite steigenden Ausdehnung und Kontinuität des Permafrostbodens.
Ihrer Ansicht nach markieren die Trends unterschiedliche Phasen eines einzigen Prozesses: Bei steigenden Temperaturen breche der Permafrostboden häufiger ein und bilde Senken. Indem sich einige davon mit Wasser füllten, steige die Zahl der Seen zunächst. Indem die gefrorenen Bereiche bei weiterer Erwärmung jedoch immer weiter schrumpften, schlage der Boden regelrecht leck, sodass das Seewasser in den Untergrund abfließen könne. "Letztlich könnte die Klimaerwärmung daher zu einem großflächigen Verschwinden dieser [...] Seen und Feuchtgebiete führen", befürchten Smith und Kollegen.
Forschung: Laurence C. Smith und Glen M. Macdonald, Department of Geography, University of California, Los Angeles; und andere
Veröffentlicht in Science, Vol. 308, 3. Juni 2005, p 1429
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Arktis: Klimawandel verändert Seen
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