2.6.2005, 18:51 Uhr
Stress steigert Impferfolg
Während chronischer Stress krank macht, könnte kurzfristiger Stress sogar den gegenteiligen Effekt haben. Darauf deuten Impfversuche eines amerikanischen Forscherduos hin. Kurz vor einer Impfung Stress ausgesetzte Mäuse zeigen demnach eine stärkere Immunantwort als nicht gestresste Tiere.
"Etwas Stress zum Zeitpunkt der Impfung scheint das Langzeitgedächtnis des Immunsystems für ein Antigen zu verbessern", erläutert Firdaus Dhabhar von der Ohio State University in Columbus. "Und dies sollte sich auf lange Sicht in einem besseren Schutz niederschlagen."
Dhabhar und seine Doktorandin Kavitha Viswanathan spritzten ihren Versuchstieren ein Blutprotein von Napfschnecken. Einige Tiere blieben bis zur Injektion in ihren gewohnten Käfigen, andere wurden dagegen zweieinhalb Stunden zuvor in "körperenge" Gitterkäfige gesetzt. Neun Monate später zeigte sich bei den derart gestressten Tieren eine deutlich stärkere Immunreaktion, wenn sie das Protein erneut injiziert bekamen, berichten die Forscher im "American Journal of Physiology".
Die Zahl der zur Injektionsstelle wandernden Makrophagen und T-Lymphozyten war deutlich höher und entsprechend stärker fiel auch die resultierende Gewebeschwellung aus. Dhabhar und Viswanathan vermuten, dass die gestressten Tiere nach der Impfung mehr Gedächtniszellen bildeten und daher bei dem zweitem Kontakt einen umso vehementeren Gegenschlag führen konnten.
Forschung: Firdaus S. Dhabhar, Department of Molecular Virology, Immunology and Medical Genetics, College of Medicine, und Kavitha Viswanathan, Department of Oral Biology, College of Dentistry, Ohio State University, Columbus
Online-Veröffentlichung American Journal of Physiology - Regulatory, Integrative and Comparative Physiology, DOI 10.1152/ajpregu.00145.2005
WWW:
Firdaus Dhabhar
Stress
| [Zurück] | |

