9.5.2005, 11:41 Uhr
Pestizid bremst Hummeln

Selbst als unbedenklich geltende Pestizid-Konzentrationen können einen merklichen Einfluss auf Nutzinsekten haben. Das berichten kanadische Biologen im Fachblatt "Pest Management Science". Waren Hummeln als Larven relativ geringen Konzentrationen des Wirkstoffs Spinosad ausgesetzt, sind sie als ausgewachsene Tiere weniger eifrige Blütenbesucher.

Unter diesem Effekt könnten nicht nur die Hummeln selbst leiden, sondern auch die Landwirtschaft, so Laura Morandin von der Simon Fraser University in Burnaby, British Columbia. In den Industrienationen gehe letztlich ein Drittel aller Nahrungsmittel auf Bestäuber wie Hummeln und Bienen zurück. "Um eine nachhaltige Produktion zu gewährleisten, müssen landwirtschaftliche Pestizide sicher für Bestäuber sein", betont die Forscherin. Pestizide sollten daher auch auf mögliche indirekte Effekte auf Nützlinge getestet werden.

Morandin und ihre Kollegen versorgten Kolonien der Hummel Bombus impatiens mit Pollen, der unterschiedliche Konzentrationen des Insektizids Spinosad enthielt. Spinosad besteht aus zwei, von dem Bakterium Saccharopolyspora spinosa hergestellten Verbindungen, und wirkt als Fraßgift. Nach dem Antrocknen auf der Pflanze sollte es Nutzinsekten wie Raubwanzen und Bestäuber daher nicht beeinträchtigen.

Enthielt der Pollen Spinosad-Konzentrationen, wie sie bei sachgemäßer Anwendung in der Landwirtschaft auftreten, beobachteten die Forscher kaum direkte Effekte. Ausgewachsene Hummeln, die als Larven Pollen mit dem Mittel erhalten hatten, waren bei der Nahrungssuche auf künstlichen Blüten jedoch deutlich "verlangsamt": Die Tiere hatten Probleme, einen geeigneten Landeplatz zu finden, sich dort niederzulassen und sich bis zur Futterquelle vorzuarbeiten.


Forschung: Laura A. Morandin, Department of Biological Sciences, Simon Fraser University, Burnaby, British Columbia; und andere

Online-Veröffentlichung Pest Management Science, 9. Mai 2005, DOI 10.1002/ps.1058

WWW:
Biological Sciences, Simon Fraser University
Hummeln
Spinosad

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