2.5.2005, 12:29 Uhr
Geselligkeit ist gut fürs Herz

Das Blut einsamer Männer weist erhöhte Konzentrationen eines Entzündungsmarkers auf, haben amerikanische Mediziner entdeckt. Ihrer Ansicht nach lässt der Befund vermuten, dass bei Männern mit wenigen Freunden und Bekannten auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist.

"Unsere Analyse deutet darauf hin, dass Geselligkeit gut für das Herz ist", so Eric Loucks von der Harvard University in Boston, Massachusetts. Dieses Resultat sei im Einklang mit früheren Studien, denen zufolge Menschen mit vielen sozialen Kontakten generell gesünder sind. Mögliche Faktoren seien stärkerer Tabakkonsum, weniger körperliche Aktivität, mehr Stress sowie häufigere Depressionen bei einsamen Personen.

Loucks und Kollegen analysierten Daten von 3.267 Teilnehmern einer großer Herzstudie. Die durchschnittlich 62 Jahre alten Personen hatten unter anderem Auskunft über ihren Familienstand, die Zahl ihrer Verwandten und engen Freunden sowie über ihre gesellschaftlichen Aktivitäten gegeben. Zudem war die Konzentration von Interleukin-6 in ihrem Blut ermittelt worden, einem unter anderem bei Herzschwäche oder Infektionen verstärkt ausgeschütteten Botenstoff des Immunsystems.

Bei Männern mit einem besonders eng geflochtenen sozialen Netzwerk enthielt das Blut im Schnitt 3,85 Picogramm Interleukin-6 pro Milliliter. In der Gruppe mit den höchsten Werten waren es dagegen 3,52 Picogramm pro Milliliter, berichteten Loucks und Kollegen jetzt auf einer Fachtagung der American Heart Association in Washington, D.C. Bei Frauen habe kein derartiger Zusammenhang hergestellt werden können, zudem seien die Spiegel weiterer Entzündungsmarker auch bei den Männern unabhängig von den sozialen Kontakten gewesen.


Forschung: Eric B. Loucks und Lisa F. Berkman, Department of Society, Human Development and Health, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts; und andere

Präsentation auf der 45th Annual Conference on Cardiovascular Disease Epidemiology and Prevention, Washington, D.C.

WWW:
Harvard Center for Society and Health
Arteriosklerose
Optimisten leben länger

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: