12.5.2005, 18:44 Uhr
Obst schützt vor Diabetes

Eine obstreiche Ernährung schützt vor Diabetes, haben Potsdamer Ernährungswissenschaftler ermittelt. Wer viel frisches Obst isst und gleichzeitig wenig Fleisch, Hülsenfrüchte und Weißbrot verzehrt, erkrankt mit bis zu 70 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit an Diabetes vom Typ 2, berichten die Forscher im Fachblatt "Diabetologia".

Die Forscher um Heiner Boeing analysierten die Ernährungsgewohnheiten und medizinischen Daten von 574 Teilnehmern der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Von diesen waren 192 neu an Typ-2-Diabetes erkrankt. Früher auch als "Altersdiabetes" bezeichnet, tritt diese Form der Zuckerkrankheit immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen auf.

Die Forscher fanden, dass eine bestimmte Kombination von Lebensmitteln mit einem niedrigen Erkrankungsrisiko in Verbindung steht. Dieses Lebensmittelmuster beinhaltet einerseits viel frisches Obst, andererseits wenig kalorienhaltige Erfrischungsgetränke, Bier, rotes Fleisch, Geflügel, Wurstwaren, Hülsenfrüchte und helles Brot.

Jene Teilnehmer, deren Speiseplan diesem Muster entsprach, konnten sich über hohe Blutwerte des "guten" HDL-Cholesterins und des Fettgewebehormons Adiponectin freuen. Umgekehrt wiesen diese Personen niedrige Spiegel des Entzündungsmarkers CRP (C-reaktives Protein) auf. Zudem fand sich in ihrem Blut nur wenig Hämoglobin, das mit Glukose reagiert hatte - ein Zeichen für einen auch mittelfristig günstigen Blutzuckerspiegel. Ob einzelne Nährstoffe für die Verbindung zwischen Ernährung und Erkrankungsrisiko verantwortlich sind, ist noch unklar.


Forschung: Christin Heidemann und Heiner Boeing, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke; und andere

Online-Veröffentlichung Diabetologia, Vol. 48, 12. Mai 2005

WWW:
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Deutsches Diabetes-Zentrum, Uni Düsseldorf
EPIC
Mediterrane Kost verlängert das Leben

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