13.4.2005, 20:03 Uhr
König Fußballs gewaltige Fußstapfen
Große Sportveranstaltung hinterlassen einen "ökologischen Fußstapfen", der die Größe des eigentlichen Spielfeldes um ein Vieltausendfaches übertrifft. Das hat eine britische Umweltwissenschaftlerin erstmals berechnet. Das letztjährige Finalspiel der englischen Fußballmeisterschaft brachte es demnach auf 3.051 Hektar, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.
Zu dem Meisterschaftsspiel in Cardiff strömten gut 73.000 Fans aus allen Teilen des Landes heran. Andrea Collins von der Cardiff University und ihre Kollegen schätzten nun ab, welche Fläche nötig gewesen wäre, um sämtliche von den Fans benötigten Ressourcen aufzubringen bzw. ihre Hinterlassenschaften zu entsorgen.
An- und Abreise der Fans machten die Hälfte des Fußstapfen aus, kalkulierten Collins und Kollegen. Insgesamt legten die Fans eine Strecke von knapp 42 Millionen Kilometern zurück. Gut zwei Drittel der ökologischen Transportskosten gingen auf die Nutzung von PKW zurück, obwohl nicht einmal die Hälfte der Fans dieses Verkehrsmittel zur Anreise nutzte. Hätten diese Personen den Bus genutzt, wäre die zur Aufnahme des freigesetzten Kohlendioxids nötige Waldfläche 399 Hektar kleiner ausgefallen.
Als zweitgrößter Kostenfaktor entpuppten sich die 36.500 von den Fans vertilgten Snacks - Collins und Kollegen schätzen die zu Anbau bzw. Erzeugung der Nahrung benötigte Fläche auf 1.381 Hektar. Auch hier gab es Raum für Verbesserungen: Hühnchen- statt Rindfleisch hätte 428 Hektar weniger Fläche erfordert. Zur Abfallentsorgung wurden dagegen nur 146 Hektar benötigt - durch Recycling hätte dieser Wert um 39 Hektar reduziert werden können.
Forschung: Andrea Collins, Centre for Business Relationships, Accountability, Sustainability and Society, Cardiff University; und andere
WWW:
New Scientist
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