13.4.2005, 18:58 Uhr
Permanente Beleuchtung am Mond-Nordpol

Ein Kraterrand am Nordpol des Mondes scheint ohne Unterbrechung von der Sonne beschienen zu werden. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Wissenschaftler nach der Auswertung von "Trickfilmaufnahmen" des Erdtrabanten. Ganz in der Nähe könnte es zudem reichlich Wasser geben, berichten die Forscher im Magazin "Nature".

"Permanent sonnenbeschienene Regionen stellen ideale Standorte für Mondstationen dar", schreiben die Forscher um Ben Bussey von der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland. Nicht nur stände dort permanent Sonnenenergie zur Verfügung, auch die Temperaturen wären mit schätzungsweise 223 Kelvin - entsprechend minus 50 Grad Celsius - vergleichsweise mild.

Bussey und seine Kollegen nutzten Aufnahmen der Sonde Clementine, die den Mond im Jahr 1994 drei Monate lang kartiert hatte. Aus den Bildern der Nordpolarregion erstellten sie Trickfilme mit einer Auflösung von 500 Metern pro Bildpunkt. Dann ermittelten sie, wie oft jeder Bildpunkt im Laufe eines Mondtages hell oder dunkel war. Gleich mehrere Gebiete, allesamt auf dem Rand des Kraters Peary gelegen, werden demnach permanent beleuchtet.

Ganz in der Nähe der hellen Flecken, am Kratergrund, liegen dagegen einige Flächen den ganzen Mondtag über im Schatten. Möglicherweise habe sich hier Wassereis angesammelt, eine weitere kostbare Ressource für künftige Mondpioniere, so Bussey und Kollegen. Die Astronomen weisen darauf hin, dass die Clementine-Aufnahmen aus dem Sommer auf der Nordhalbkugel des Mondes stammen. Zwar sei die Rotationsachse unseres Trabanten nur 1,5 Grad gegen die Bahn der Erde um die Sonne geneigt. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass das eine oder andere gastliche Fleckchen im Laufe der Jahreszeiten kurze Zeit im Schatten liege.


Forschung: D. Ben J. Bussey und Paul D. Spudis, Planetary Exploration Group, Space Department, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland; und andere

Veröffentlicht in Nature, Vol. 434, 14. April 2005, p 842

WWW:
Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory
Blick auf Peary
The Moon
Clementine
The Moon's Dark, Icy Poles

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