18.4.2005, 21:08 Uhr
Eisberg kollidiert mit Gletscherzunge

Die Karten der Antarktis müssen überarbeitet werden - zumindest in einem feinen Detail. Neue Radaraufnahmen des europäischen Satelliten Envisat zeigen, dass ein riesiger Eisberg eine nicht minder imposante, auf dem Wasser schwimmende Gletscherzunge gerammt hat. Die Kollision war Ende letzten Jahres erstmals vorhergesagt worden, hatte dann jedoch auf sich warten lassen.

Eisberg und Eiszung samt BruchstückDen meisten Schaden scheint dabei die etwa 70 Kilometer lange Drygalski-Eiszunge genommen zu haben, so die europäische Weltraumagentur ESA in einer Mitteilung: Aufnahmen vom 15. April zeigten, dass bei der Kollision mit dem Eisberg ein gut fünf Kilometer großes Stück an der Spitze der Zunge abgebrochen sei. Und da der Eisberg sich erst zur Hälfte an der Zunge vorbeigeschoben habe, könnten weitere unsanfte Kontakte folgen.

Der etwa 120 Kilometer lange Eisberg scheint den Rempler dagegen gut überstanden zu haben. Der Riese mit der Bezeichnung B-15A ist ein Bruchstück eines noch größeren Eisbergs, der im März 2000 vom Ross-Eisschelf abgebrochen war. Nachdem der Splitter Kollisionen mit Vettern überstanden hatte, war er vor den Eingang zum McMurdo-Sund getrieben. Dort staute er das im Sund treibende Eis auf und machte in der Nähe lebenden Pinguinen und Forschern das Leben schwer.

Bereits Ende Dezember hatten Satellitenaufnahmen gezeigt, dass sich B-15A auf die Eiszunge des David-Gletschers zu bewegte. Die mit Spannung erwartete Titanen-Kollision wurde jedoch verzögert, indem der Eisberg auf einen Unterwasserberg auflief. Erst vor vier Wochen hatten neue Beobachtungs- und GPS-Daten gezeigt, dass erneut Bewegung in den Riesen gekommen war.

Bild: ESA


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Riesiger Eisberg wieder unterwegs

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