24.3.2005, 11:00 Uhr
Tuberkulose in Afrika auf dem Vormarsch

Afrika leidet immer stärker unter der Tuberkulose. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Während der Kampf gegen die Krankheit in den meisten Regionen der Erde erste Erfolge zeitigt, steigen die Erkrankungsraten auf dem afrikanischen Kontinent jährlich um 3 bis 4 Prozent. Zunehmend problematisch wird die Krankheit aber auch in Osteuropa.

"Die Fakten in diesem Bericht wecken Optimismus, dass die Tuberkulose besiegt werden kann", so WHO-Generaldirektor Lee Jong-wook, "sie stellen jedoch auch eine klare Warnung dar." Laut dem neuen Global Tuberculosis Report ist die Rate der Neuerkrankungen weltweit um 20 Prozent gefallen. In stark unter HIV/AIDS leidenden Staaten Afrikas hat sie sich seit 1990 dagegen sogar verdreifacht. Selbst in Uganda, einst das Musterbeispiel für erfolgreiche Gegenmaßnahmen, hat über die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu einer ebenso effektiven wie günstigen Therapie.

Foto: TB-Patientin erhält Tabletten

Foto: Copyright WHO/P. Virot

Bei dieser Behandlung nach dem DOTS-Schema (Directly Observed Treatment, Short-course) nehmen die Patienten sechs Monate lang unter den Augen des medizinischen Personals eine Kombination mehrerer Antibiotika ein. DOTS ermöglicht Heilungsraten von bis zu 95 Prozent und wirkt vor allem der Entwicklung von mehrfach-resistenten Stämmen des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis entgegen. Eine Infektion mit solchen Stämmen kommt vielerorts einem Todesurteil gleich, da ihre Behandlung langwierig ist und mehrere Tausend Euro kostet.

Um der Tuberkulose in Afrika Einhalt zu gebieten, wollen die WHO und andere Organisationen die Anwendung von DOTS vorantreiben. In China und Indien, zusammen ein Drittel aller weltweiten Erkrankungsfälle aufweisend, seien entsprechende Bemühungen sehr erfolgreich. Ähnliches gelte für Indonesien und die Philippinen. Problematisch sei dagegen die Lage in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, wo mehrfach-resistente Erregerstämme bereits häufig seien, die Einführung von DOTS dagegen nur langsam vorangehe.


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