21.3.2005, 20:04 Uhr
ESA startet Bettstudie
Die Europäische Weltraumagentur ESA hat am Samstag ein Dutzend Frauen ins Bett geschickt - im Dienste der Wissenschaft und zum Nutzen künftiger Astronautinnen und Astronauten. Ganze sechzig Tage werden die Unerschrockenen nun liegend verbringen. Die Kopfenden ihrer Betten sind dabei um sechs Grad abgesenkt.
Laut Mitteilung der Agentur führt eine solche Körperposition zu ähnlichen physiologischen Veränderungen, wie sie sich unter den Bedingungen in Schwerelosigkeit einstellen. Im Rahmen der WISE-Studie, kurz für "Women International Space Simulation for Exploration", soll vor allem untersucht werden, ob eine spezielle Ernährung und sportliche Betätigung die negativen Auswirkungen längerer Bettruhe kompensieren können.
Hält Sport schwerelose Körper in Form? Foto: ESA/CNES/MEDES, A.L.Huet
Insgesamt waren etwa 1.600 Frauen dem Aufruf der ESA gefolgt, sich als Testpersonen zu bewerben. Aus diesen wurden letztlich zwölf ausgewählt, die sich Ende Februar zu gründlichen Voruntersuchungen in der Rangueil-Universitätsklinik in Toulouse einfanden und nun für zwei Monate nicht mehr aus der Horizontalen erheben werden. Die beteiligten Mediziner interessieren sich besonders für Veränderungen von Herz-Kreislauf-System, Knochenbildung, Muskulatur und Motorik, Immunsystem sowie generellem Wohlbefinden, die sich während dieses Zeitraums und nach der Rückkehr in die Vertikale einstellen.
Insgesamt sollen im Rahmen der WISE-Studie 24 Frauen untersucht werden. Für die zweite Versuchsreihe, die voraussichtlich im September beginnen wird, können noch Bewerbungen eingereicht werden.
Forschung: ESA Directorate of Human Spaceflight, Microgravity and Exploration Programmes, Nordwijk; MEDES-Institut de Médecine et de Physiologie Spatiales, Toulouse
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