17.3.2005, 12:23 Uhr
Testosteron macht Küken mutig

Mütterliche Hormone im Ei beeinflussen die Persönlichkeit eines Kükens, haben österreichische Forscher entdeckt. Je mehr Testosteron die Henne in den Eidotter abgegeben hat, desto kecker erkundet ihr Nachwuchs neue Umgebungen und kann sich anderen Küken gegenüber besser durchsetzen.

KükenAus Eiern mit weniger Testosteron geschlüpfte Küken sind dagegen ängstlicher, kontaktscheu und weniger neugierig, ermittelten Sophie Rettenbacher von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und ihre Kollegen. Über den Hormongehalt als zusätzliche Information neben den Genen, könne die Mutter ihre Nachkommen optimal auf die jeweilige Umwelt vorbereiten.

Allerdings hat auch diese Medaille zwei Seiten, fanden die Biochemiker und Verhaltenskundler: Ist die Mutter Stress ausgesetzt, wirkt sich dies - ähnlich menschlichen Schwangerschaften - ebenfalls auf die Jungen aus. Schlechtere Entwicklung, geringeres Wachstum und gestörtes Sozialverhalten können die Folge sein. Über welche Hormone die Stress-Information übermittelt wird, ist noch unklar. Typische Stresshormone scheinen nicht beteiligt zu sein.

Auf Menschen hätten die Hormone im Eidotter jedoch keine Wirkung, beruhigen die Forscher angesichts des bevorstehenden Osterfestes.

Foto: Copyright Michael Bernkopf, VUW-Public Relations


Forschung: Sophie Rettenbacher und Rupert Palme, Institut für Biochemie, Department Naturwissenschaften, Veterinärmedizinische Universität Wien; und andere

WWW:
Institut für Biochemie, VU Wien
Testosteron
Testosteron: Männer springen schnell an

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