23.3.2005, 11:51 Uhr
Erstmals Licht zweier Exoplaneten vermessen
Astronomen ist erstmals gelungen, das Licht zweier Planeten bei fernen Sternen zu analysieren. Nach Ansicht der Forscher leitet ihr Erfolg eine neue Ära in der Erforschung dieser Objekte ein. Gut ein Jahrzehnt nach dem ersten Nachweis eines Exoplaneten sei es nun möglich, die Eigenschaften dieser Welten direkt zu bestimmen. Ihre Resultate präsentieren die zwei Gruppen in einer Vorab-Veröffentlichung des Magazins "Nature" und in einer kommenden Ausgabe des "Astrophysical Journal".
"Das ist fantastisch", begeistert sich David Charbonneau vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts. "Seit beinahe zehn Jahren sind wir auf der Jagd nach diesem Licht!" Der Forscher und seine Kollegen nutzten das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer, um die Strahlung des Exoplaneten TrES-1 von der seines Zentralgestirns zu unterscheiden. "Im sichtbaren Licht überstrahlt das Gleißen des Sterns das schwache von dem Planeten reflektierte Licht", erläutert Charbonneau. "Im Infrarot-Bereich ist der Kontrast zwischen Stern und Planet sehr viel günstiger, weil der Planet seine eigene Wärmestrahlung aussendet."
TrES-1, kaum 6,5 Millionen Kilometer von seinem Zentralgestirn entfernt. Illustration: David A. Aguilar (CfA)
Mit dem gleichen Instrument konnte die Gruppe um Drake Deming vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, die Wärmestrahlung des Exoplaneten HD 209458b isolieren. In beiden Fällen kam den Astronomen zugute, dass die Exoplaneten auf ihrer Bahn - von der Erde aus gesehen - vollständig hinter ihren sonnenähnlichen Zentralgestirnen verschwinden. Durch Vergleich der Strahlung des Gesamtsystems "mit" und "ohne" Planet lässt sich daher das Lichtspektrum des Planeten ermitteln. In beiden Fällen scheint die Oberfläche der Begleiter demnach über 600 Grad Celsius heiß zu sein.
Derzeit sind etwa 130 Exoplaneten bekannt. Die meisten davon konnten aufgespürt werden, da ihre Schwerkraft den zugehörigen Stern leicht ins Taumeln bringt und so eine Dopplerverschiebung seines Lichts bewirkt. Erst kürzlich hatten das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile und das Weltraumteleskop Hubble einen riesenhaften Begleiter eines Braunen Zwergs direkt ablichten können. Nach Ansicht der Forscher ist dieses System jedoch zu exotisch, als man von einem regelrechten Exoplaneten sprechen könnte.
Forschung: Drake Deming, NASA Goddard Space Flight Center, Greenbelt, Maryland; David Charbonneau, Harvard- Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts; und andere
Online-Veröffentlichung Nature, 22. März 2005; Astrophysical Journal
WWW:
Extrasolar Planets Encyclopaedia
Spitzer
Erste Aufnahme eines Exoplaneten?
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