20.3.2005, 20:20 Uhr
Riesiger Eisberg wieder unterwegs
Nachdem er vor zwei Monaten auf Grund gelaufen war, hat sich ein riesiger Eisberg in der Antarktis erneut in Bewegung gesetzt. Das zeigen Radar-Aufnahmen des Umweltforschungssatelliten Envisat. Damit könnte der 120 Kilometer lange Gigant mit der Bezeichnung B-15A doch noch eine auf dem Wasser schwimmende Gletscherzunge schrammen.
B-15A ist ein Bruchstück eines noch größeren Eisbergs, der im März 2000 vom Ross-Eisschelf abgebrochen war. Nachdem er Kollisionen mit Vettern überstanden hatte, war er vor den Eingang zum McMurdo-Sund getrieben - und hatte, indem er Eis im Sund aufstaute, dort lebenden Pinguinen und Forschern das Leben schwer gemacht.
B-15A im Kanal zwischen Unterwasserberg und Franklin Island. Grafik: NASA MODIS
Im letzten Januar dann, trieb der 2.500 Quadratkilometer große Eisberg auf die nicht minder imposante Eiszunge des Drygalski-Gletschers zu. Einige Forscher hofften bereits, bei dem Zusammenprall könne B-15A zerbrechen und sich die Situation im Sund entspannen, da stoppte der Riese plötzlich. Tiefenmessungen deuteten darauf hin, dass er mit seiner der Küste zugewandten Flanke auf einen Unterwasserberg aufgelaufen war.
Nun ist B-15A durch die Gezeiten von seinem Auflagepunkt gedrückt worden und bewegt sich wieder von dem Sund weg. "Der größte Teil des Eisberg scheint den engen Kanal zwischen dem Unterwasserberg im Westen und Franklin Island im Osten passiert zu haben", erläutert Mark Drinkwater von der Europäischen Weltraumagentur ESA. Sollte es noch zu einem Kontakt mit der Drygalski-Eiszunge kommen, "wäre das vermutlich ein 'Entlangschrammen' oder 'Anecken' durch das breitere hintere Ende, ähnlich wie bei einem LKW-Anhänger oder dem Heck eines Schiffs bei einer weiten Kurvenfahrt."
Forschung: -
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Antarktis: Riesiger Eisberg vor dem Ende
Eisberg auf Kollisionskurs
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