24.6.2005, 12:17 Uhr
Medikament für schwarze Patienten zugelassen
Die US-Arzneimittelbehörde hat erstmals ein Medikament zugelassen, das lediglich für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gedacht ist. Das Mittel mit dem Handelsnamen "BiDil" soll zur Therapie der Herzschwäche bei schwarzen Patienten eingesetzt werden.
Die Zulassung "ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie eine Behandlung einigen Patienten auch dann helfen kann, wenn sie nicht allen nutzt", so Robert Temple von der Food & Drug Administration. Laut Mitteilung der Behörde sei damit ein erster Schritt in Richtung personalisierter Medizin getan. Die Entscheidung, wer "schwarz" ist und wer nicht, bleibt jedoch Patienten und Ärzten überlassen. Die Arzneimittelbehörde spricht ausschließlich von "Patienten, die sich selbst als schwarz bezeichnen".
Bei BiDil handelt es sich um eine Kombination zweier älterer Wirkstoffe, Hydralazin und Isosorbiddinitrat. Die beiden Verbindungen bewirken eine Erweiterung von Arterien bzw. Venen und verringern damit den Widerstand im Kreislauf, gegen den das geschwächte Herz anpumpen muss.
Die Kombination hatte sich in einer früheren Studie in der Allgemeinbevölkerung als anderen Medikamenten nicht überlegen erwiesen. Eine ausschließlich an afroamerikanischen Patienten durchgeführte Studie namens "African-American Heart Failure Trial" (A-HeFT) hatte dann gezeigt, dass diese Gruppe von dem Kombinationspräparat profitieren kann. Die Gründe für die unterschiedliche Effektivität sind nicht bekannt.
Forschung: -
WWW:
Food and Drug Administration
Bericht über die A-HeFT-Studie
Die Ethnopille
| [Zurück] | |

