27.6.2005, 18:47 Uhr
Eruption auf Komet beobachtet
Starke Aktivität auf dem Kometen Tempel 1 hat das Weltraumteleskop Hubble beobachtet. Die letzten Bilder des Teleskops zeigen einen großen Strom aus Staubpartikeln, der von der Oberfläche des Kometen ausgeht. Noch spektakulärere Bilder könnten sich ergeben, wenn der Komet in wenigen Tagen eine unsanfte Begegnung mit einem irdischen Geschoss hat.
Tempel 1 ist das Ziel der Mission Deep Impact. Die Sonde ist derzeit auf Kollisionskurs mit dem Kometen und soll kurz vor dem Zusammenprall einen kupfernen Einschlagkörper ausklinken. Sich selbst in Sicherheit bringend, soll sie den Einschlag und seine Folgen aus nächster Nähe beobachten. Zahlreiche Teleskope am Erdboden und im All werden das Geschehen am 4. Juli ebenfalls beobachten - darunter auch Hubble.
Bild: NASA, ESA, P. Feldman (Johns Hopkins University), and H. Weaver (Applied Physics Lab)
Gewissermaßen als Generalprobe nahm das Weltraumteleskop am 14. Juni die jetzt veröffentlichten Bilder auf. Das erste Bild zeigt Tempel 1 um 7:17 Uhr Universalzeit als relativ ruhiges Objekt in gut 120 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Der knollenförmige, einige Kilometer große Kometenkern selbst ist nur als heller Punkt erkennbar. Ganz anders das sieben Stunden später aufgenommene Bild: Von dem Kern aus erstreckt sich ein fächerförmiger Staubstrom über 2.000 Kilometer weit ins All, in diesem Fall in Richtung Sonne.
Ähnliche Ausbrüche auf Kometen waren schon früher beobachtet worden. Unklar ist allerdings, wie es dazu kommt. Möglicherweise öffnet die Sonnenwärme einen Spalt in der Kruste des Kometen, sodass unter Druck stehendes Gas und Staub entweichen können. Vielleicht wird jedoch ein Teil der porösen Kruste förmlich abgesprengt und die Trümmer tragen ebenfalls zu dem Teilchenstrom bei. Tiefere Einsichten in diese Prozesse und in Aufbau und Herkunft von Kometen erhoffen sich die beteiligten Forscher von dem bevorstehenden Einschlag.
Forschung: Paul Feldman und Harold Weaver, Department of Physics and Astronomy und Applied Physics Laboratory, Johns Hopkins University, Baltimore und Laurel, Maryland
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