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Kannibalismus treibt Heuschrecken an

9. Mai 2008

Foto zeigt Schwarm fliegender Heuschrecken, die sich vor tiefblauem Himmel in einem Baum niederlassen Wenn einzelgängerische Heuschrecken plötzlich Schwärme aus Abermillionen Tieren bilden, könnte eine gehörige Portion Fleischeslust mit im Spiel sein. Eine internationale Forschergruppe hat ermittelt, dass die Gruppenbildung schwächer ausgeprägt ist, wenn die Insekten ihre Hintermänner nicht mehr wahrnehmen können. Gleichzeitig wird etwa jedes zweite Tier mit einem derartigen Handicap von seinen Artgenossen angeknabbert. Lesen

Mentaler Zahlenstrahl bei Kindern

8. Mai 2008

Wenn Kinder mit Zahlen hantieren, sehen sie diese auf einer Art Zahlenstrahl vor ihrem geistigen Auge. Belege für diese Ansicht liefert ein Experiment, das Aachener Forscher mit 118 Drittklässlern durchgeführt haben. Stellten sie Zahlen auf einem Bildschirm in einem räumlichen Abstand dar, der nicht zu dem numerischen Abstand passte, löste das merkliche Irritation bei den kleinen Probanden aus. Lesen

Wo es Statuen drückt

19. März 2008

Grafik zeigt Michelangelos David aus zwei Perspektiven, farblich von blau nach rot codiert die Belastung einzelner RegionenNicht nur an menschlichen Knochen, auch an Statuen nagt der Zahn der Zeit. An welchen Stellen am ehesten mit Schäden zu rechnen ist, zeigt ein von amerikanischen Ingenieuren entwickeltes Analysesystem. Es ermittelt vollautomatisch die Belastungsverteilung in einem beliebig geformten Objekt - und sagt beispielsweise für Michelangelos David Schäden an den Beinen voraus.

Auch eine Marmorstatue hat sensible Zonen. Bild: Members of the Spatial Automation Laboratory, University of Wisconsin-Madison Lesen

Wie Krankheitserreger die Gesellschaft sehen

5. März 2008

EM-Aufnahme eines InfluenzavirionJe nach Übertragungsweise haben Krankheitserreger einen völlig unterschiedlichen Blick auf die menschliche Gesellschaft. Wie es dazu kommt, haben englische Forscher erstmals im Detail nachvollziehen können, indem sie die Kontakt-Netzwerke von Erwachsenen minutiös kartierten. Grippewellen können demnach problemlos durch die Bevölkerung laufen, während den Pocken heutzutage wenige, meist “häusliche” Routen offenstehen.

Für Influenzaviren ist die menschliche Gesellschaft eine relativ strukturlose Masse. Bild: CDC/ Dr. Erskine. L. Palmer; Dr. M. L. Martin Lesen

Meeresräuber suchen optimal

27. Februar 2008

Was Meeresräubern im Wasser an Überblick fehlt, gleichen sie mit einem bemerkenswerten Gespür für Mathematik aus. Entsprechende Daten präsentiert eine internationale Forschergruppe im Magazin “Nature”. Bei höchst verschiedenen Arten - vom Pinguin bis zum Riesenhai - liegt die Balance zwischen der Suche vor Ort und dem Weiterziehen in neue Jagdgründe demnach hart am theoretischen Optimum.

Unterwasseraufnahme zeigt von schräg vorne links einen Riesenhai, der mit weit geöffnetem Maul durch das tiefblaue Wasser schwimmt, um Plankton herauszufiltern; im Hintergrund zwei winzig wirkende Schnorcheltaucher

Riesenhaie schwimmen mit weit geöffnetem Maul durchs Wasser, um mit ihren großen Kiemenbögen Planktonorganismen herauszufiltern. Foto: Chris Gotschalk, via wikimedia.org Lesen

Flug durch die Nase

15. Februar 2008

Vor einer Nasenoperation könnten Ärzte und Patienten künftig gemeinsam den Ort des Geschehens in Augenschein nehmen. Magdeburger Informatiker haben ein Visualisierungssystem entwickelt, das computertomografische Daten in lebensechte Landschaften umsetzt und virtuelle Flüge durch die Nasenhöhle ermöglicht. Auch das Ohr wird auf diese Weise zugänglich.

Ein großes Bild zeigt eine berechnete Ansicht einer Nasenmuschel, inklusive frisch-rosafarbener, glänzender Schleimhaut; daneben drei relativ grobpixelige Bilder verschiedener Schnittebenen durch den Kopf mit Pfeilen als Positions- und Blickrichtungmarkern

Das System liefert realitätsnahe Bilder aus Nase und Ohr - hier der Anflug auf eine Nasenmuschel. Position und Blickrichtung des “Piloten” sind aus den drei Schnittbildern (links) ersichtlich. Bild: Arno Krüger/Christoph Kubisch, Uni-Magdeburg Lesen

Chaos im Nahrungsnetz

13. Februar 2008

Mikroskopaufnahme zeigt verschiedene Vertreter des Meeresplanktons, von spindelförmigen Zellen über kugelrunde Zellen mit Strahlenkranz bis hin zu Ketten würfelförmiger ZellenDas Leben ist kein ruhiger Strom, sondern ein schäumender Wildbach. Für diese Ansicht spricht die Analyse eines gut 8 Jahre währenden Experiments an der Universität Rostock. Gefüllt mit Schlamm und Wasser aus der Ostsee, kam es in dem Mikrokosmos immer wieder zum plötzlichen Erblühen und ebenso raschen Zusammenbrechen ganzer Organismengruppen - trotz konstanter Umgebungsbedingungen.

Das Chaos im Nahrungsnetz könnte auch die große Artenvielfalt des Meeresplanktons verstehen helfen. Foto: Jolanda van Iperen, Royal Netherlands Institute of Sea Research (NIOZ) Lesen

“Kleine Welt” im Wortschatz

13. Februar 2008

Wenn Menschen nach einem Schlaganfall ihr Sprechvermögen wiedergewinnen, könnte dies auch an der Struktur des Wortschatzes liegen. Das vermutet ein amerikanischer Psychologe nach der mathematischen Analyse eines Wörterbuchs. Gemessen an ihren Klangbausteinen, bilden die Wörter demnach ein Netzwerk, das gegen Ausfälle größerer Teile gefeit ist. Lesen

Vorausschauende Handsteuerung im Hirn

8. Februar 2008

Foto zeigt junge Hand, die den kleinen Finger einer alten Hand umfasstRasch eine E-Mail zu schreiben oder eine Telefonnummer zu wählen, ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit, über die sie nicht weiter nachdenken. Tatsächlich steckt hinter einem vermeintlich simplen Tastendruck ein leistungsfähiges Netzwerk von Nervenzellen, zeigen die Versuche zweier amerikanischer Forscher. Schon Sekundenbruchteile, bevor die Fingerspitze die Taste trifft, bereitet es die Fingermuskeln auf das eigentliche Drücken vor.

Mangels Training langen junge Hände häufig noch etwas handfest zu. Foto: NIH-National Institute on Aging Lesen

Wie Stare Kontakt halten

29. Januar 2008

Foto: Zu langen 'Teppichen' ausgezogene Vogelschwärme am Himmel, dessen Farbe zum Horizont hin von hellblau zu hellrot übergeht Bevor Stare ihre Schlafplätze aufsuchen, bilden sie große Schwärme am Abendhimmel. Diese imposanten Gebilde funktionieren anders als bisher angenommen, lassen Beobachtungen italienischer Forscher vermuten. Wenn sich die Vögel im Flug an ihren nächsten Nachbarn orientieren, scheint der räumliche Abstand keine Rolle zu spielen. Ein Vorteil dieses Mechanismus: Angreifende Greifvögel können die Schwärme kaum sprengen.

Die bemerkenswerte “Zähigkeit” von Starenschwärmen könnte darin begründet liegen, dass die Vögel ein topologisches Abstandsmaß nutzen. Foto: Courtesy of the STARFLAG Project, INFM-CNR Lesen

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