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Themenarchiv für: Genetik

Neue Gene für das Gehirn

Leicht eingefärbter MRI-Schnitt durch den menschlichen Schädel, entlang der Mittellinie, zeigt das Gehirn mit seinen verschiedenen Teilen

Der Mensch verdankt sein leistungsfähiges Gehirn unter anderem einer Vielzahl neuer Gene. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher nach einem Vergleich von Mensch und Maus. Von jenen Genen, die erst nach der Trennung der beiden Linien im jeweiligen Erbgut aufgetaucht sind, ist beim Mensch demnach ein größerer Anteil im Gehirn aktiv als beim Nager.

Ein Virus-Universum im Abwasser

EM-Aufnahme zeigt Bakteriophagen mit ovalem Kopf und langem Schwanz

Ein großer Teil der biologischen Vielfalt ist noch völlig unbekannt. Ganz besonders gilt das für Viren, belegt eine Studie amerikanischer und spanischer Forscher. Im Abwasser dreier Großstädte fanden die Wissenschaftler Erbgut-Schnipsel, von denen sich nur ein Bruchteil bekannten Viren oder zumindest Virusfamilien zuordnen ließ.

Erbgut beeinflusst Kaffeedurst

Nahaufnahme gerösteter, tiefbrauner Kaffeebohnen auf einer Holzunterlage

Wie viel Kaffee ein Mensch trinkt, hängt auch von seinen Genen ab. Diese Vermutung bekräftigt eine Untersuchung niederländischer und australischer Forscherinnen. Zwei winzige Erbgutvarianten gehen demnach mit einem höheren Konsum einher – vermutlich, weil sie den Abbau des Koffeins und anderer Inhaltsstoffe und damit die Wirkung des Gebräus beeinflussen.

Ein Zielsucher für Vampire

Frontalaufnahme einer kleinen Fledermaus mit dichtem Pelz, großen Ohren, gefalteter Nasenhaut, kleinen Vampirzähnen

Ein molekularer Wärmedetektor weist Vampirfledermäusen den Weg zur nächsten Mahlzeit, haben amerikanische und venezolanische Forscher entdeckt. In der Nasenhaut der Tiere wird ein Sensorprotein produziert, das schon auf Temperaturen um 30 Grad Celsius anspricht. Auf diese Weise können die Fledermäuse jene gut durchbluteten Stellen in der Haut von Rindern und anderen Tieren finden, an denen sich ein Biss am ehesten lohnt.

Genetisches Erbe einer Hochkultur

Foto zeigt mittelgroße Schildkröte mit dunkelbraunem Panzer auf einer Wiese

Die Maya haben ihre Spuren nicht nur in Form imposanter Pyramiden hinterlassen, sondern auch im Erbgut einer Wasserschildkröte. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher nach genetischen Untersuchungen. Obwohl verschiedene Populationen der Art durch Gebirgszüge und große Entfernungen voneinander getrennt sind, scheint in der Vergangenheit ein reger genetischer Austausch zwischen ihnen bestanden zu haben.

Import-Gen schützt Mäuse

Foto zeigt Maus mit graubraunem Fell, dunklen Augen, großen Ohren, aus einer Nische schauend

Bakterien können Teile ihrer Erbsubstanz untereinander austauschen und so beispielsweise eine Antibiotikaresistenz weitergeben. Einen im Endeffekt sehr ähnlichen Vorgang haben amerikanische und deutsche Forscher bei Hausmäusen nachgewiesen. Die Nager haben sich aus seltenen Paarungen mit südländischen Verwandten eine Genvariante bewahrt, die sie widerstandsfähig gegen Rattengift macht.

Genetische Basis für Rückenschmerzen

Foto zeigt Ansicht des unteren Rückens einer nackten Frau

Zumindest bei Frauen sind Rückenschmerzen auch eine Frage der Gene, hat eine internationale Forschergruppe im Rahmen einer Studie mit mehr als zweitausend Zwillingsschwestern ermittelt. Bei eineiigen Zwillingspaaren mit ihrem identischen Erbgut sind demnach häufiger beide Schwestern von Kreuzschmerzen betroffen als bei zweieiigen Paaren.

Dickes Blut, höheres Darmkrebsrisiko

Menschen mit einer erhöhten Neigung zur Blutgerinnung erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit an Dickdarmkrebs. Diesen Zusammenhang bestätigt eine groß angelegte Studie mit rund 3.600 Teilnehmern, die niederländische und deutsche Mediziner durchgeführt haben. Im Extremfall geht demnach eine einzelne Mutation, die eine verstärkte Gerinnungsneigung mit sich bringt, mit einer Vervielfachung des Erkrankungsrisikos einher.

Mehr Vielfalt aus dem Erbgut

Illustration einer Zelle mit glimmendem Zellkern und Chromosomen, aus einem wird ein DNA-Strang abgewickelt

Wenn es um die Herstellung von Proteinen geht, hat das Erbgut nicht unbedingt das letzte Wort. Das zeigt ein systematischer Vergleich, den amerikanische Forscherinnen mit menschlichen Zellen durchgeführt haben. Einzelne genetische Buchstaben werden demnach regelmäßig anders gelesen, als sie in der DNA im Zellkern stehen.

Viel mehr Pilze

Mikroskopaufnahme zeigt zwei rundliche Zellen, blau bzw. rot fluoreszierend Zellkerne und Geißeln

Die Biologie hat bislang nur einen Teil der Pilzvielfalt wahrgenommen. Zu diesem Schluss kommen englische Forscher nach der Sequenzierung von DNA-Proben aus der Umwelt. Diese weisen auf eine bislang unbekannte Gruppe von Pilzen hin, deren genetische Bandbreite ähnlich groß sein könnte wie die aller bekannten Pilzgruppen zusammen.

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