Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt
Themenarchiv für: Anthropologie

Typisch menschliche Lücken

Mensch und Affe unterscheiden sich nicht so sehr in ihren Genen, sondern eher darin, wo und wann diese abgelesen werden. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Forscher im Magazin “Nature”. Der stammesgeschichtliche Verlust bloßer Kontrollabschnitte im Erbgut kann demnach eine Reihe menschlicher Besonderheiten erklären – unter anderem das Fehlen langer Tasthaare im Gesicht und rauer Hornzipfel auf der Eichel.

Steinzeit: Gefäße aus Schädeln

Foto einer der Schädelkalotten, eine Grafik zeigt ihre Lage im ursprünglichen Schädel

Vor fast 15.000 Jahren fertigten Menschen Gefäße aus den Schädeln von Verstorbenen. Dieses Fazit ziehen englische Archäologen nach der Untersuchung von Knochen aus einer Höhle im Südwesten des Landes. Die daran erkennbaren Spuren lassen vermuten, dass die Gebeine mit Sorgfalt und Erfahrung bearbeitet wurden.

Uralte Felszeichnungen entdeckt

Foto zeigt von einer Art Strahlenkranz umgebenes Gesicht, in dunkelgrünen Fels geritzt

Bei der Suche nach ausgestorbenen Riesenratten haben australische Forscher auf der südostasiatischen Insel Timor uralte Felszeichnungen entdeckt. Die in den Fels geritzten Gesichter sind mindestens 10.000 Jahre alt und finden sich in einer vermeintlich wohlbekannten Höhle, die schon seit Jahrzehnten erkundet wird.

Definitiv Fußgänger

Modell eines hellen Fußskeletts, darin eingefügt der dunklere Mittelfußknochen

Schon zu Zeiten der berühmten “Lucy” setzten die Ahnen des Menschen überwiegend auf die zweibeinige Fortbewegung. Dieses Fazit ziehen amerikanische Forscher nach der Untersuchung eines 3,2 Millionen Jahre alten Mittelfußknochens. Dessen Besitzer verfügte demnach über ein Fußgewölbe, wie es ganz ähnlich auch der moderne Mensch besitzt.

Ein früher Schlenker

Foto zeigt zwei Ansichten eines scharfkantigen Faustkeils aus hellbraun-gelblichem Gestein

Der moderne Mensch könnte seine afrikanische Wiege auf mehreren Wegen verlassen haben. Diesen Schluss legen Untersuchungen einer internationalen Forschergruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten nahe. Dort scheinen schon vor 125.000 Jahren moderne Menschen angekommen zu sein, während etwa zeitgleich ein Vorstoß an die östliche Mittelmeerküste erfolgte.

Neandertaler waren keine “Hohlköpfe”

Röntgenaufnahme eines menschlichen Schädels von vorn, darin farbig markiert die verschiedenen Nasennebenhöhlen

Im Schädel des Neandertalers gab es weniger Luft als gemeinhin angenommen. Zu diesem Schluss kommen englische und deutsche Forscher nach einem sorgfältigen Vergleich. Die Nasennebenhöhlen des Neandertalers waren demnach nicht größer als die des modernen Menschen.

Konkurrenzdenken unter Frühmenschen

Röntgenbild einer Hand vom Ansatz der Unterarmknochen bis zu den letzten Fingergliedern

Ob Frühmenschen einem Partner die Treue hielten oder ob sie es eher bunt trieben, lässt sich möglicherweise noch heute an ihren versteinerten Knochen ablesen. Entsprechende Untersuchungen haben englische und kanadische Forscherinnen durchgeführt. Gemessen am niedrigen Längenverhältnis von Zeigefinger und Ringfinger, könnte beispielsweise das Leben der Neandertaler vom Wettstreit um Geschlechtspartner geprägt gewesen sein.

Sparsame Orang-Utans

Orang Utan

Orang-Utans verbrennen weniger Kalorien als die meisten anderen Säugetiere. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe nach Studien an vier Tieren. In puncto Energieumsatz werden die in Südostasien heimischen Menschenaffen demnach nur noch von Faultieren unterboten.

Forscher: Schimpansen töten für Land

Fotolia_Schimpanse_300

Schimpansen töten mitunter Artgenossen, die zu einer anderen Gruppe gehören. Eine Funktion dieser Gewaltakte ist die Erweiterung des eigenen Territoriums, ist ein amerikanisches Forschertrio nach jahrelangen Beobachtungen in Uganda überzeugt. Dort ging eine Schimpansengruppe zur gewohnheitsmäßigen Nutzung eines Gebiets über, in dem sie immer wieder Mitglieder einer Nachbargruppe getötet hatte.

Ein bißchen Neandertaler steckt in jedem modernen Menschen

Svante Pääbo mit dem Schädel eines Neandertalers

Die frühen Gattungen des Menschen waren wohl doch kontaktfreudiger als bisher angenommen. Daher steckt in jedem Homo sapiens auch ein kleines Stückchen Neandertaler, sagen Anthropologen aus Leipzig. Sie veröffentlichten jetzt eine erste Version der Genomsequenz des Neandertalers.

Copyright © 2012 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics