Posted in: Biologie 13. Februar 2017 18:34 0 Kommentare Weiter lesen →

Segelfische: In der Gruppe jagen macht unberechenbar

Segelfische jagen stets in Gruppen, in denen von rechts und links angreifende Fische etwa gleichstark vertreten sind. So bleiben Angriffe für die Beute unvorhersehbar, sagen Berliner Forscher.

Segelfische sind große ozeanische Raubfische, die ihre Beute mit ihrem langen spitzen Schnabel attackieren. Dabei spezialisieren sie sich meist auf eine Angriffsseite, was ihre Erfolgsrate beim Jagen erhöht. Das hat ein Team um den Wissenschaftler Ralf Kurvers vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) beobachtet. Die Forscher untersuchten die Räuber-Beute-Beziehung von Segelfischen (Istiophorus platypterus) und Sardinen (Sardinella aurita). Die Ergebnisse stellen sie in der Fachpublikation Current Biology vor.

Segelfische jagen einen Sardinenschwarm

Segelfische jagen einen Sardinenschwarm. Foto: Rodrigo Friscione / IGB

„Die meisten Fächerfische spezialisieren sich bei ihren Angriffen auf eine bestimmte Seite, denn damit können sie effizienter angreifen“, sagt Kurvers. Er und sein Team fanden heraus, dass die Spezialisierung auf Angriffe über rechts oder links – fachsprachlich Lateralisation genannt – Vorteile bei der Jagd bringt, und zwar umso mehr, je stärker die Lateralisation ausgeprägt ist.

Die Jäger müssen auf Schnelligkeit setzen, weil Sardinen deutlich wendiger als ihre Fressfeinde sind. Die Segelfische jagen in Gruppen, weil ein einzelner Fisch, der bevorzugt von immer derselben Seite angreift, für seine Beute zu leicht durchschaubar wäre. „Je größer die Gruppe, umso ausgeglichener ist das Verhältnis links-rechts, und umso erfolgreicher sind die Segelfische bei der Sardinenjagd“, hat Kurvers beobachtet.

Für ihre Untersuchungen analysierten die Forscher insgesamt 365 Angriffe von 73 Segelfischen, die im offenen Ozean vor der mexikanischen Küste in elf Gruppen mit bis zu 14 Individuen auftraten. Außerdem untersuchten sie im Rahmen einer morphologischen Analyse die Abnutzungsspuren der Mikrozähne auf den langen Schnäbeln, mit denen die Raubfische ihre Beute attackieren. Die Analyse bestätigte, dass die allermeisten Fische eine bestimmte Angriffsseite bevorzugen.

„Mit unserer Studie konnten wir den Nachweis für einen bislang unbekannten, aber wichtigen Vorteil erbringen, den das Jagen in Gruppen für Segelfische hat“, sagt Kurvers.

Forschung: Ralf Kurvers, Stefan Krause u.a., in „Current Biology“, Online-Veröffentlichung 9.2.2017

WWW:
Veröffentlichung in „Current Biology“
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

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