Posted in: Gesundheit, Medizin 31. Dezember 2013 17:46 Weiter lesen →

Schlafmangel könnte aufs Gehirn schlagen

Hinweisschild zeigt symbolisiertes Bett Chronischer Schlafmangel bringt vielleicht Gewebeschäden im Gehirn mit sich. Entsprechende Hinweise liefert eine kleine Studie schwedischer und englischer Forscher. Schon nach einer einzigen durchwachten Nacht enthielt das Blut ihrer Versuchsteilnehmer erhöhte Spiegel zweier Proteine, die normalerweise nur im Innern von Gehirnzellen zu finden sind.

„Unsere Resultate deuten somit darauf hin, dass ein Mangel an Schlaf neurodegenerative Prozesse fördert“, folgert Christian Benedict von der Universität Uppsala. Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt liege in der ausbleibenden Drosselung des Energiestoffwechsels im Gehirn, schreiben der Neurowissenschaftler und seine Kollegen im Fachblatt „Sleep“.

Die Forscher führten ihr Experiment mit 15 jungen Männern durch, die bei zwei Gelegenheiten im Schlaflabor übernachteten. Bei einem dieser Termine konnten die Teilnehmer 8 Stunden lang durchschlafen, bei dem anderen mussten sie sich unter Aufsicht mit Büchern, Spielen und Filmen wach halten.

Im Laufe der durchschlafenen Nacht sank die Konzentration der Neuronenspezifischen Enolase (NSE) im Blut der Teilnehmer um rund 10 Prozent, in der durchwachten Nacht stieg sie dagegen um etwa 10 Prozent (von durchschnittlich 11 auf unter 10 bzw. auf 12 Nanogramm pro Milliliter). Ein ähnlicher, wenn auch schwächerer Effekt zeigte sich im Fall eines Proteins mit der Bezeichnung S-100B. Die Spiegel beider Proteine werden von Neurologen genutzt, um die Gewebeschädigung nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma abzuschätzen.

Im Schlaf sinke der Energieumsatz des Gehirns typischerweise um 30 Prozent, erläutern Benedict und Kollegen. Ein Grund dafür sei die reduzierte Weiterleitung und Verarbeitung externer Sinneseindrücke. Bleibe die Gehirntätigkeit dagegen auf einem hohen Niveau, könnten sich weiterhin schädliche Nebenprodukte des Energiestoffwechsels im Gewebe ansammeln und so vielleicht das Absterben von Gehirnzellen begünstigen, mutmaßen die Forscher.

Allerdings sei es auch denkbar, dass Schlafmangel die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhe und auf diese Weise die Spiegel der beiden Proteine im Blut anstiegen lasse, räumen die Wissenschaftler ein. Nähere Einsichten versprechen sie sich von einer Studie, bei der die Proteinspiegel nicht nur im Blut, sondern auch in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit bestimmt werden.

Forschung: Christian Benedict, Jonathan Cedernaes und Helgi B. Schiöth, Institutionen för neurovetenskap, Uppsala universitet; Henrik Zetterberg, Institute of Neurology, University College London; und andere

Veröffentlichung Sleep (im Erscheinen)

WWW:
Funktionell farmakologi, Uppsala universitet
Der normale Schlaf und seine Variationen
Neuronenspezifische Enolase (NSE)

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Weniger Schlaf, weniger Impferfolg
Schlafmangel stört „Selbstverjüngung“ des Gehirns

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1 Kommentar zu "Schlafmangel könnte aufs Gehirn schlagen"

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  1. The Checker sagt:

    sinnlose Studie. Wenn man Schalfmangel hat ist man eben Müde und damit unkonzentrierter. Dafür braucht man keine Studie.