Posted in: Biologie, Technik 12. September 2013 15:17 Weiter lesen →

Botaniker spalten Blütenstaub

REM-Bild zeigt aufgeschnittenes Pollenkorn mit regelmäßig angeordneten Hohlräumen unter der dicken Außenwand Botaniker entwickeln beachtlichen Ehrgeiz, wenn es um die immer bessere Einsortierung von Pflanzen in Verwandtschaftsgruppen geht. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist zwei südafrikanischen Forschern geglückt. Sie schafften es, einzelne Pollenkörner mit einem intensiven Ionenstrahl aufzuschneiden, um deren Innerstes zu studieren.

Ein aufgeschnittenes Pollenkorn von Isoglossa ovata (Größenmaßstab: 3 Mikrometer). Bild: University of the Witwatersrand

„Wir können nun Merkmale der inneren Pollenwand erkennen, die sich mit früheren Methoden nicht sichtbar machen ließen“, erklärt Alisoun House von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Dadurch werde es möglich, typische Eigenheiten im dreidimensionalen Bau der inneren Pollenwand herauszuarbeiten, so die Forscherin.

REM-Bild zeigt Pollenkorn als leicht abgeplattete Kugel mit Zacken und Noppen Ein Pollenkorn von Isoglossa ovata vor dem Aufschneiden (Größenmaßstab: 3 Mikrometer). Bild: University of the Witwatersrand

House und ihr Doktorvater Kevin Balkwill nutzten für ihre Versuche ein Rasterelektronenmikroskop. Darin wird die Probe normalerweise mit einem feinen Elektronstrahl abgetastet, um ein dreidimensionales Bild ihrer Oberfläche zu erzeugen. Die beiden Forscher ersetzten den Elektronenstrahl durch einen Strahl elektrisch geladener Atome, die ungleich mehr Masse besitzen und daher mehr Impuls übertragen als Elektronen. Tatsächlich ließen sich Pollenkörner mit diesem Strahl fein säuberlich zerteilen.

Forschung: Alisoun House und Kevin Balkwill, School of Animal, Plant and Environmental Sciences, University of the Witwatersrand, Johannesburg

Veröffentlichung Microscopy and Microanalysis, DOI 10.1017/S1431927613013263

WWW:
Higher Plant Systematics Research, University of the Witwatersrand
Pollen
Focused Ion Beam

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