Posted in: Gesundheit, Psychologie 25. Juli 2013 18:00 Weiter lesen →

Schlafgüte könnte mit dem Mond variieren

Grafik zeigt schlafende Frau unter einem Uhrenpendel aus Mondphasen Indem der Mond seine verschiedenen Phasen durchläuft, könnte er sich tatsächlich auf den Menschen auswirken. Entsprechende Hinweise haben Schweizer Forscher bei der nachträglichen Analyse einer vor Jahren durchgeführten Studie gefunden. Demnach schliefen die Teilnehmer, gemessen an ihren eigenen Berichten und verschiedenen Messungen, um die Zeit des Vollmonds etwas schlechter als um Neumond herum.

Bild: Current Biology, Cajochen et al.

„Unseres Wissens nach ist dies der erste Bericht über einen Einfluss des Monds auf objektive Schlafparameter“, schreiben die Forscher um Carsten Cajochen von den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel im Fachblatt „Current Biology“. Inwieweit sich ein solcher Einfluss auch außerhalb eines Schlaflabors mit seinen sorgsam kontrollierten Umgebungsbedingungen feststellen lässt, ist derzeit noch offen.

An der Schlafstudie in den Jahren 2000 bis 2003 hatten insgesamt 33 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters teilgenommen. Dabei waren unter anderem ihre Gehirnströme, ihre Schlafdauer und der Spiegel des Hormons Melatonin gemessen worden. Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers und wird umso stärker produziert, je niedriger die Umgebungshelligkeit ist. Erwartungsgemäß zeigte die statistische Analyse, dass die verschiedenen Messparameter sowohl mit dem Geschlecht als auch mit dem Alter variieren. Zu ihrer Verblüffung konnten die Forscher aber auch einen Zusammenhang mit dem zeitlichen Abstand zum Vollmond nachweisen.

In den 8 Tagen um Vollmond brauchten die Studienteilnehmer demnach im Mittel 5 Minuten länger zum Einschlafen und schliefen insgesamt 20 Minuten kürzer als in der übrigen Zeit. Zudem war in ihrem Gehirnstrommuster ein Typ langsamer Oszillationen, der als Deltawellen bezeichnet wird und vor allem im Tiefschlaf auftritt, um 30 Prozent schwächer ausgeprägt. Parallel dazu sank die Einschätzung der Schlafgüte durch die Teilnehmer selbst um etwa 10 Prozent.

Durch Gezeiteneffekte im menschlichen Körper lasse sich dieses Phänomen nicht erklären, schreiben Cajochen und Kollegen. Nach Ansicht der Forscher handelt es sich vielmehr um einen körpereigenen Rhythmus, wie er ähnlich auch von Tieren im und am Meer bekannt ist. Vermutlich werde dieser zirkalunare Rhythmus des Menschen heutzutage aber von den Einflüssen des modernen Lebens, allen voran das elektrische Licht, überstrahlt.

Forschung: Christian Cajochen, Songül Altanay-Ekici und Anna Wirz-Justice, Zentrum für Chronobiologie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel; und andere

Veröffentlichung Current Biology, DOI 10.1016/j.cub.2013.06.029

WWW:
Zentrum für Chronobiologie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel
Der normale Schlaf und seine Variationen
Mondphasen
Chronobiologie

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3 Kommentare zu "Schlafgüte könnte mit dem Mond variieren"

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  1. Theodora Pape sagt:

    Schön das immerhin das schon mal „wissenschaftlich“ nachgewiesen ist.
    Seltsam aber, dass von biologischen Rhythmen gesprochen wird, die als Hypothese ganz nett sind, aber deren Ursache bisher nicht mal im Ansatz gefunden wurden.
    Eventuell gibt es ja doch mehr Wirkungen des Mondes, die bisher ignoriert wurden?

  2. Savoy Norbert sagt:

    Eigentlich kann die Wirkung nicht so gravierend sein. Der Mond ist immer hier er wird nur mehr oder weniger von der Sonne angestrahlt, was die Helligkeit der Nacht beeinflussen kann. Ebbe und Flut variieren auch nicht, bei Neu- oder Vollmond.

  3. YeRainbow sagt:

    Man sehe sich die Originalarbeit an.
    Dann relativiert es sich.
    Viel Lärm um nix.