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Verlinkung – nein danke?

redaktionsblog-logo Unsere Rubrik „Aktuelles anderswo“ [1] diente bis jetzt dazu, auf aktuelle Wissenschaftsmeldungen anderer Medien zu verweisen. Diese Presseschau können wir nicht ohne Änderungen fortsetzen. Der Hintergrund: Nach dem Bundestag hat am letzten Freitag auch der Bundesrat dem sogenannten Leistungsschutzrecht [2] zugestimmt. Es wird in Kürze in Kraft treten.

Offiziell heißt es, „Urheber, Verleger und Plattformbetreiber benötigen klare Spielregeln, die für einen fairen Ausgleich ihrer unterschiedlichen Interessen sorgen“. Konkret sollen die Verwertungsrechte der deutschen Verlage gestärkt werden; Suchmaschinen und sonstige Anbieter, welche in Textausschnitten auf die redaktionellen Angebote der Verlage verweisen, sollen für diese „Nutzung“ Lizenzgebühren bezahlen.

Der Bundesrat stellt interessanterweise selbst fest [3], „das Gesetz genüge diesen Anforderungen nicht. Es beinhalte zahllose unbestimmte Rechtsbegriffe und schaffe dadurch rechtliche Grauzonen.“ Auch viele Bundestagsabgeordnete, die dem Gesetz zugestimmt haben, sehen das so. Sie überlassen es den Gerichten, die „Grauzonen“ zu klären – eine skandalöse Haltung der Gesetzgeber, welche Anwälten in nächster Zeit viel Arbeit verschaffen könnte.

Nach dem neuen Gesetz sollen nur noch einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte verlegerischer Angebote lizenzfrei verlinkt werden dürfen. Ob Überschriften, wie wir sie in unserer Presseschau verwendet haben, noch unter diese „kleinsten Textausschnitte“ fallen, ist unter Fachleuten umstritten.

Wir können und wollen es uns nicht leisten, diese Frage für den Scienceticker juristisch klären zu lassen. Deshalb verzichten wir bis auf weiteres auf Links zu Focus.de, Welt.de, Süddeutsche.de und ähnlichen verlegerischen Angeboten. Wenn die Verlage keine Besucher zugeführt bekommen wollen, schicken wir ihnen eben keine.

Wir selbst sehen das übrigens entspannter und erlauben anderen Websites die kostenfreie Einbindung unseres RSS-Feeds, der Überschriften und erste Absätze unserer Meldungen umfasst (siehe Service [4]). Verlinkt werden in der Rubrik „Aktuelles anderswo“ künftig nur noch deutschsprachige Angebote, die ausdrücklich eine vergleichbare Erlaubnis erteilen.