Posted in: Geologie, Paläontologie 7. Februar 2013 20:10 Weiter lesen →

Finaler Schlag gegen die Dinosaurier

Foto zeigt jungen Mann mit Outdoor-Hut, mit einem Werkzeug auf einer Kohleschicht hockend und darin wühlend Ein gewaltiger Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen bedeutete das Ende für die großen Dinosaurier. Diese Ansicht bekräftigen neue Untersuchungen amerikanischer, englischer und niederländischer Forscher. Zwischen den letzten Spuren erdmittelalterlicher Tiere und Pflanzen und einem weltweit nachweisbaren Regen aus Gesteinstrümmern liegen demnach höchstens einige Tausend Jahre.

Foto: Courtesy of Paul Renne

„Der Einschlag war mit Sicherheit der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“, ist Paul Renne vom Geochronology Center und der Universität im kalifornischen Berkeley überzeugt. Vorausgegangen seien jedoch extreme Klimaschwankungen, hervorgerufen möglicherweise durch starke vulkanische Aktivität im heutigen Indien, schreiben der Forscher und seine Kollegen im Magazin „Science“.

Seit den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts sind immer mehr geologische Befunde mit einem verheerenden Meteoriteneinschlag vor der mexikanischen Halbinsel Yucatán in Verbindung gebracht worden. Die Frage, in welchem Maß dieser Einschlag zu dem Artensterben am Ende der Kreidezeit beigetragen hat, ist allerdings immer noch umstritten. Verwirrung stifteten insbesondere Studien, die den Trümmerregen mit verschiedenen Methoden mal auf einen Zeitpunkt einige Hunderttausend Jahre nach dem Faunenwechsel und mal sogar deutlich davor datierten.

Renne und Kollegen gingen das Problem nun an, indem sie entsprechende Proben mit der Argon-Argon-Methode und sorgfältiger Kalibrierung erneut datierten. Für glasartige Stücke geschmolzenen und wieder erstarrten Gesteins, die von Haiti stammen und wahrscheinlich auf den Einschlag zurückgehen, ermittelten die Forscher ein Alter von 66,038 Millionen Jahren. Für Vulkanasche in einer kohleführenden Schicht, die im US-Bundesstaat Montana nur wenige Zentimeter über dem letzten Pollen kreidezeitlicher Pflanzen liegt, erhielten sie dagegen ein Alter von 66,043 Millionen Jahren. Beide Alterswerte seien auf einige Zehntausend Jahre genau und statistisch nicht zu unterscheiden, so die Gruppe.

Foto: Blick auf Hänge mit freiliegenden Gesteinsschichten, darunter einige schwarze Kohleschichten Nur 18 Meter trennen eine Kohleschicht mit normalisierten Verhältnissen und die Kohleschicht aus der Zeit unmittelbar nach dem Einschlag (Pfeile). Foto: Courtesy of Klaudia Kuiper

Bereits wenige Jahrtausende nach dem Einschlag lief der Kreislauf aus Photosynthese und Zersetzung zumindest an Land wieder in geordneten Bahnen, legen Untersuchungen an einer etwas jüngeren Kohleschicht in Montana nahe. Auch Säugetiere scheinen sich in dem Gebiet rasch wieder eingefunden zu haben. Warum sie – ebenso wie Krokodile, Vögel und andere Reptilien – die Krise am Ende der Kreidezeit überstanden haben, nicht jedoch die klassischen Dinosaurier und Flugsaurier, ist allerdings weiterhin rätselhaft.

Forschung: Paul R. Renne, Berkeley Geochronology Center und Department of Earth and Planetary Science, University of California, Berkeley; Klaudia F. Kuiper und Jan Smit, Faculteit der Aard- en Levenswetenschappen, Vrije Universiteit, Amsterdam; Darren F. Mark, Scottish Universities Environmental Research Centre, East Kilbride; und andere

Veröffentlichung Science, Vol. 339, 8. Februar 2013, pp 684–7, DOI 10.1126/science.1230492

WWW:
Berkeley Geochronology Center
Sedimentary Geology, Vrije Universiteit Amsterdam
Homepage Jan Smit
Cretaceous-Paleogene Extinction Event
Methoden der Altersdatierung

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Dinosauriersterben mit Vorlauf
Murmel-Regen nach Einschlag

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