Posted in: Biologie 5. November 2012 18:00 Weiter lesen →

Erster Blick auf rätselhafte Walspezies

Foto zeigt gestrandeten Wal mit weißer Unterseite, dunkelgrauem Rücken, Augenfleck, Flippern, schmal auslaufender Schnauze In Neuseeland haben Biologen erstmals eine der geheimnisvollsten Walarten überhaupt zu Gesicht bekommen. Bei zwei Tieren, die Ende des Jahres 2010 auf der neuseeländischen Nordinsel gestrandet waren, handelt es sich laut DNA-Analyse um Travers-Schnabelwale. Diese Spezies war zuvor nur in Form einiger Knochenstücke bekannt.

Der ausgewachsene Travers-Schnabelwal sieht einem Camperdown-Wal (Foto) sehr ähnlich, lediglich die Schnauze ist dunkler gefärbt und die Melone stärker gewölbt. Foto: Copyright New Zealand Government

In den vergangenen 140 Jahren habe niemand Travers-Schnabelwale (Mesoplodon traversii) gesichtet und als solche erkannt, erklärt Rochelle Constantine von der Universität Auckland. Dabei erreichten die Tiere Körperlängen von mehr als 5 Metern. „Es ist bemerkenswert, dass wir beinahe nichts über einen derart großen Säuger wissen“, so die Forscherin.

Die beiden Wale, ein mehr als 5,3 Meter langes Weibchen und ein männliches Jungtier von 3,5 Metern Länge, waren im Dezember 2010 nahe der Ortschaft Opotiki in der Bay of Plenty gestrandet und gestorben. Anfangs hielt man sie für Vertreter einer anderen Schnabelwalart, die vergleichsweise häufig an den neuseeländischen Küsten strandet. Erst die DNA-Analyse offenbarte die Zugehörigkeit zu einer Spezies, von der bis dato nur ein Unterkiefer und zwei Schädelkalotten bekannt waren, berichten Constantine und Kollegen im Fachblatt „Current Biology“.

Schnabelwale stellen mit fast zwei Dutzend beschriebener Arten eine der größten Walfamilien. Des ungeachtet ist über die Tiere nur wenig bekannt. Einerseits jagen Schnabelwale in großen Meerestiefen nach Beute und halten sich nur selten in Küstennähe auf. Andererseits sind viele Arten äußerlich nur schwer zu unterscheiden – als eines der verlässlichsten Merkmale gilt noch die Form der „Stoßzähne“ der Männchen.

Forschung: Kirsten Thompson und Rochelle Constantine, School of Biological Sciences, University of Auckland; Anton van Helden, Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, Wellington; und andere

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 22(21), R905–R906, DOI 10.1016/j.cub.2012.08.055

WWW:
School of Biological Sciences, University of Auckland
Beaked Whales
How You Can Help in a Stranding

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