Posted in: Medizin, Sexualität 17. September 2012 17:37 Weiter lesen →

Hormonelles Erwachen im Tiefschlaf

Foto zeigt gelblichen Vollmond am dunkelblauen Himmel über schwarzer Waldsilhouette Während ein älteres Kind schläft wie ein Stein, kann sich in seinem Körper eine Revolution anbahnen. Das haben amerikanische Forscherinnen im Rahmen einer kleinen Studie ermittelt. Die ersten Hormonschübe, die den Übergang in die Pubertät einleiten, erfolgen demnach überwiegend in der Phase besonders tiefen Schlafs.

Foto: Niteshift via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Umso wichtiger sei es für Kinder und Jugendliche, ausreichend und ungestört schlafen zu können, vermutet Natalie Shaw von der Harvard-Universität in Boston. „Falls die Teile des Gehirns, die das Fortpflanzungssystem aktivieren, auf Schlaf angewiesen sind, könnten Schlafmangel oder Schlafstörungen die normale Reifung in der Pubertät beeinträchtigen“, so die Medizinerin.

Die Pubertät setzt ein, wenn das Gehirn das Luteinisierende Hormon (LH) und weitere Hormone ins Blut ausschüttet, die dann wiederum Eierstöcke bzw. Hoden aus ihrem jahrelangen Schlummer erwecken und zur Produktion von Geschlechtshormonen veranlassen.

Frühere Studien hatten bereits Hinweise darauf geliefert, dass die ersten Hormonschübe im Schlaf erfolgen. Shaw und ihre Kolleginnen gingen diesen Hinweisen nach, indem sie die Gehirn- und Muskelaktivität von 9 Kindern im Alter von 9 bis 16 Jahren im Schlaflabor überwachten. Außerdem zapften sie den Schläfern alle 10 Minuten etwas Blut ab.

In insgesamt 15 Nächten registrierten die Forscherinnen 58 Hormonschübe, bei denen die Konzentration des Luteinisierenden Hormons jäh stieg. Von diesen LH-Schüben fanden 30 in der Phase tiefsten Schlafs statt, in der besonders langsame und kräftige Gehirnwellen überwiegen und die Muskeln fast völlig erschlafft sind. Die übrigen Hormonschübe verteilten sich auf die 3 weiteren Schlafphasen und auf die Wachphase, berichten Shaw und Kolleginnen im „Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism“.

Forschung: Natalie D. Shaw, Jeremy M. Ellenbogen und Janet E. Hall, Reproductive Endocrine Unit, Department of Medicine, Harvard Medical School, und Sleep Division, Massachusetts General Hospital, Boston; und andere

Veröffentlichung Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, November 2012, DOI 10.1210/jc.2012-2692

WWW:
Reproductive Endocrine Unit, Harvard Medical School
Steuerung und Regulation: Sexualität
Der normale Schlaf und seine Variationen

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