Posted in: Gesundheit, Medizin 1. August 2012 17:08 Weiter lesen →

Wenig Schlaf, weniger Impferfolg

Wer reichlich schläft, reagiert besser auf eine gezielte Provokation des Immunsystems. Entsprechende Hinweise liefert eine kleine Studie amerikanischer Psychologen und Mediziner. Bei ihren Probanden führte eine Impfung gegen Hepatitis umso eher nicht zum Erfolg, wenn diese pro Nacht weniger als sechs Stunden Schlaf bekamen.

Foto: Adam Borkowski /Fotolia

Frühere Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass Schlafmangel mit einer höheren Anfälligkeit für Infekte einhergeht. Die neuen Resultate ständen im Einklang mit diesen Beobachtungen und belegten, dass zwischen Schlaf und Immunsystem eine Verbindung bestehe, erklärt Aric Prather von der Universität Pittsburgh und der University of California in San Francisco.

Prather und Kollegen führten ihre Studie mit 125 Männern und Frauen mittleren Alters durch. Alle erhielten im Abstand von einem Monat zwei Impfungen gegen Hepatitis B und nach sechs Monaten eine dritte Impfung. Die Teilnehmer führten detailliert Tagebuch darüber, wie lange und wie gut sie schliefen, 88 von ihnen legten beim Zubettgehen zusätzlich Bewegungsmesser zur Schlafüberwachung an.

Gemessen an der Konzentration der Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus im Blut, bestand ein klarer Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Impferfolg, berichten die Forscher im Fachblatt „Sleep“. Bei 18 Teilnehmern stellte sich nach der letzten Impfung keine Antikörperkonzentration ein, die zumindest einen minimalen Schutz gegen Hepatitis B signalisiert. Fast alle diese Impfversager betrafen Teilnehmer mit durchschnittlich weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Die subjektiv wahrgenommene Schlafqualität schien dagegen keine Rolle zu spielen.

Der eindeutige Nachweis, dass viel Schlaf ursächlich für eine bessere Funktion des Immunsystems ist, steht noch aus. Laut Prather und Kollegen gibt es aus Beobachtungs- und Laborstudien jedoch zahlreiche weitere Hinweise darauf, dass Schlafmangel die Schlagkraft des Immunsystems beeinträchtigt. Ärzte täten daher gut daran, ihren Patienten bei einer Impfung neben genereller Schonung auch reichlich Schlaf anzuraten.

Forschung: Aric A. Prather, Martica Hall und Anna L. Marsland, Department of Psychology und Department of Psychiatry, University of Pittsburgh, Pittsburgh, und Center for Health and Community, University of Califonia, San Francisco; und andere

Veröffentlichung Sleep, Vol. 35(8), pp 1063–9, DOI 10.5665/sleep.1990

WWW:
Department of Psychology, University of Pittsburgh
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