Posted in: Physik 4. Juli 2012 14:02 Weiter lesen →

Higgs-Teilchen am CERN entdeckt?

Am Europäischen Forschungszentrum CERN haben Physiker ein Teilchen mit einer Masse im Bereich von 125 bis 126 Giga-Elektronenvolt (GeV) entdeckt. Es ist damit 134-mal so schwer wie ein Proton. Möglichweise handelt es sich um das lang gesuchte Higgs-Teilchen. Allerdings sind noch keine endgültigen Aussagen über die Art des Teilchens möglich.

Den Fund vermeldete das CERN heute mit der Veröffentlichung neuer Forschungsdaten, die im weltgrößten Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) gewonnen wurden. Die Daten sind zwischen April und Mitte Juni mit den Experimenten ATLAS und CMS gesammelt worden.

Das neue Teilchen im ATLAS-Detektor des CERN Das neue Teilchen im ATLAS-Detektor. Bild: CERN

Die Experimente untersuchen die Reaktionen, die durch die Kollisionen von Protonen höchster Energien ausgelöst werden. Allein im ATLAS-Detektor, dem größten der vier Detektoren des LHC, können pro Sekunde eine Milliarde Protonen-Kollisionen ausgelöst werden. Das jetzt gefundene Teilchen wurde insbesondere über Zerfälle in zwei Photonen und zwei Z-Bosonen nachgewiesen.

Es spricht manches dafür, dass es sich um das Higgs-Teilchen handelt, doch absolut sicher sind sich die Forscher nicht. „Erst nach weiteren Untersuchungen können wir entscheiden, ob es sich tatsächlich um den noch fehlenden Baustein des Standardmodells handelt oder ob wir etwas gänzlich Unerwartetes gefunden haben. Beides wären große Entdeckungen“, kommentiert Achim Stahl, Experimentalphysiker an der RWTH Aachen, den Fund.

„Wir müssen in den nächsten Monaten und Jahren die Eigenschaften dieses neuen Teilchens genau vermessen, ehe wir es endgültig wissen“, sagt Peter Mättig von der Bergischen Universität Wuppertal.

Schon im Dezember 2011 gab es erste Anzeichen für das neue Teilchen. „Allerdings war die Stärke des Signals zu schwach, um es eindeutig vom Rauschen zu trennen“, so Mättig. Jetzt liegen neue Untersuchungen mit mehr als doppelt so vielen Daten vor.

Insgesamt arbeiten Forschergruppen an 16 deutschen Universitäten, dem Max-Planck-Institut für Physik in München und den beiden Helmholtz-Forschungszentren DESY und KIT gemeinsam an den beiden Experimenten ATLAS und CMS.

Das Higgs-Teilchen wurde 1964 vorhergesagt und ist nach dem britischen Physiker Peter Higgs benannt. Es ist das letzte Puzzlestück, das im Standardmodell der Physik noch fehlt und hat die Funktion, den anderen Elementarteilchen ihre Masse zu verleihen. Nach den Vorstellungen der Physiker ist der gesamte Weltraum von dem sogenannten Higgs-Feld durchdrungen. Je nachdem wie stark die einzelnen Elementarteilchen an die Higgs-Teilchen koppeln, hätten sie mehr oder weniger Masse.

WWW:
Weltmaschine.de
ATLAS-Experiment
Das Higgs-Teilchen und der Ursprung der Masse PDF-Datei, Ausgabe Juli 2012 von „Physik Konkret“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V.

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3 Kommentare zu "Higgs-Teilchen am CERN entdeckt?"

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  1. Daran geht die Welt zugrunde | 6. Juli 2012 09:46
  1. Erstling sagt:

    Wie sieht das eigentlich mit der Paritätsverletzung aus?
    Würde sich das dann erledigt haben?

  2. Erstling sagt:

    schlimm ist doch, wie solch etwas immer gepuscht wird, mit absurden und unzulänglichen Titeln, wie „Gottesteilchen“.
    Wer denkt sich denn so etwas bitte aus? Mein Lieber Herrgott. Ein „Gottesteilchen“? ABSURD sage ich. ABSURD!