Posted in: Gesundheit, Medizin 3. Mai 2012 15:01 Weiter lesen →

Jogger leben länger

Foto: Blick von der Seite auf eine Reihe von Laufbändern, Beine und Turnschuhe der Trainierenden Wer regelmäßig die Laufschuhe schnürt, lebt länger. Das haben dänische Mediziner im Rahmen einer Langzeitstudie mit mehreren Tausend Teilnehmern ermittelt. In Maßen praktiziert, geht Joggen demnach mit einer durchschnittlich sechs Jahre höheren Lebenserwartung einher.

Foto: Brandon Wiggins via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Die neuen Resultate gäben eine klare Antwort auf eine Frage, die Mediziner seit der Entwicklung des Joggens zum Massenphänomen in den 70er-Jahren beschäftige, erklärt Peter Schnohr vom Bispebjerg-Hospital in Kopenhagen. „Wir können nun mit Sicherheit sagen, dass Joggen das Leben verlängert. Und für diesen Nutzen muss man nicht einmal besonders viel tun.“

Schnohr und Kollegen stützen sich auf Daten einer Gesundheitsstudie, die sie im Jahr 1976 im Kopenhagener Stadtteil Østerbro begonnen hatten. Seitdem haben die Mediziner die rund 20.000 Teilnehmer unterschiedlichsten Alters regelmäßig zu ihrer Gesundheit und ihren Lebensgewohnheiten befragt. Um die Effekte des Laufens einschätzen zu können, verglichen sie die Sterblichkeit bei fast 1.900 Joggern mit der bei Nichtläufern. Die Resultate stellte Schnohr jetzt auf einer Kardiologentagung in Dublin vor.

Insgesamt verzeichneten die Mediziner 122 Todesfälle in der Läufergruppe und 10.158 Todesfälle bei den Nichtläufern. Über den individuellen Beobachtungszeitraum von bis zu 35 Jahren ergebe sich eine um 44 Prozent verringerte Sterbewahrscheinlichkeit, so Schnohr. Daraus resultiere eine 6,2 bzw. 5,6 Jahre höhere Lebenserwartung für männliche und weibliche Jogger.

Die optimale wöchentliche Laufdosis liegt bei 1 bis 2,5 Stunden, verteilt auf 2 bis 3 Laufeinheiten, fanden Schnohr und Kollegen. Das Lauftempo solle so gewählt werden, dass man sich nur leicht anstrenge, so der Mediziner: „Man sollte so laufen, dass man etwas stärker atmen muss, aber nicht völlig außer Atem ist.“ In diesem Fall stellten sich zahlreiche günstige Effekte auf den Körper ein, unter anderem eine bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels, günstigere Blutfettwerte, ein niedrigerer Blutdruck und nicht zuletzt ein gesteigertes Wohlgefühl.

Forschung: Peter Schnohr, Østerbroundersøgelsen, Bispebjerg Hospital, Kopenhagen; und andere

Präsentation EuroPRevent 2012, Dublin

WWW:
Copenhagen City Heart Study/Østerbroundersøgelsen
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