Posted in: Klima, Umwelt, Medizin 14. Oktober 2011 15:13 0 Kommentare Weiter lesen →

Schadstoffe begünstigen Atherosklerose

Grafik zeigt Silhouette eines Manns, darin eingezeichnet Herz, Gehirn und die großen Blutgefäße Schadstoffe in der Umwelt können sich langfristig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Entsprechende Hinweise liefert eine groß angelegte Studie schwedischer Mediziner. Je höher die Konzentration langlebiger organischer Schadstoffe im Blut der Teilnehmer war, desto eher fanden sich Ablagerungen in deren Halsschlagadern.

Grafik: NIDDK-National Institutes of Health

Zwar seien Herstellung und Anwendung von vielen der untersuchten Verbindungen seit einigen Jahren verboten, erklärt Lars Lind von der Universität Uppsala. “Weil sie aber besonders langlebig sind, sind sie noch immer in der Umwelt vorhanden. Wir nehmen diese Giftstoffe mit der Nahrung auf, und da sie im Körper gespeichert werden, steigt ihre Konzentration mit den Jahren.”

Lind und Kollegen analysierten Daten von fast eintausend 70-jährigen Einwohnern Uppsalas, die an einer Langzeitstudie zur Gefäßgesundheit von Senioren teilnehmen. Die Mediziner bestimmten die Konzentration von insgesamt 23 persistenten organischen Schadstoffen im Blut der Männer und Frauen. Außerdem untersuchten sie die Halsschlagadern der Teilnehmer per Ultraschall. Die Resultate präsentieren sie im Fachblatt “Environmental Health Perspectives”.

Für mehrere polychlorierte Biphenyle (PCB) – bis zu ihrem Verbot vor allem in elektrischen Bauteilen, Hydraulikanlagen und Kunststoffen verwendet – ließ sich ein klarer Zusammenhang herstellen. Je höher die Konzentration von sieben Vertretern dieser Verbindungsgruppe war, desto größer war die Wahrscheinlichkeit für Plaques in einer oder sogar in beiden Halsschlagadern. Drei PCB gingen darüber hinaus mit einer höheren Durchlässigkeit der Gefäßwand für Ultraschall einher, einem Hinweis auf Fetteinlagerungen.

“Unsere Resultate deuten darauf hin, dass langlebige organische Umweltschadstoffe zum Auftreten von Atherosklerose beitragen und somit zu künftigen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnten”, folgert Lind. Für die laufende Studie würde das bedeuten, dass Herzinfarkte oder Schlaganfälle bei Teilnehmern mit einer hohen Schadstoffbelastung häufiger auftreten könnten.

Forschung: P. Monica Lind und Lars Lind, Institutionen för medicinska vetenskaper, Uppsala universitet; Bert van Bavel und Samira Salihovic, Forskningscentrum Människa-Teknik-Miljö, Örebro universitet

Veröffentlichung Environmental Health Perspectives, DOI 10.1289/ehp.1103563

WWW:
PIVUS Study, Uppsala University
What Are Persistent Organic Pollutants?
Stockholm Convention on Persistent Organic Pollutants

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Gletscher setzen alte Schadstoffe frei

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