Posted in: Gesundheit, Medizin 10. Oktober 2011 16:03 Weiter lesen →

Bewegung hilft gegen Migräne

Eine Frau leidet unter einem Migräneanfall Bewegung kann Migräneattacken ähnlich gut vorbeugen wie andere Behandlungsformen. Das haben schwedische und norwegische Forscherinnen im Rahmen einer kleinen Studie ermittelt. Ein 40-minütiges Bewegungsprogramm erwies sich dabei als ebenso effektiv wie Entspannungsübungen und die Einnahme eines Medikaments.

Foto: Fred Goldstein /Fotolia

Für Patientinnen und Patienten, die den Wirkstoff Topiramat nicht vertrügen oder nicht einnehmen wollten, stelle regelmäßige Bewegung daher eine lohnende Alternative dar, erklärt Emma Varkey von der Universität Göteborg. Die Medizinerin und ihre Kolleginnen stellen die Resultate ihrer Studie im Fachblatt „Cephalalgia“ vor.

In Deutschland leidet schätzungsweise jede siebte Frau an Migräne, bei Männern ist der Anteil etwa halb so hoch. Zur Vorbeugung der Schmerzattacken und ihrer Begleiterscheinungen können Ärzte verschiedene Medikamente verschreiben, die Nebenwirkungen wie Bewegungs- oder Konzentrationsstörungen mit sich bringen können. Als wirksam haben sich auch das Vermeiden von Auslösern der Attacken – soweit bekannt – sowie Entspannungstechniken erwiesen.

Varkey und Kolleginnen gingen Hinweisen aus früheren Studien nach, denen zufolge Bewegung ebenfalls einen vorbeugenden Effekt zeitigen kann. Die Forscher teilten 91 erwachsene Patientinnen in drei Gruppen ein, in denen sie entweder dreimal wöchentlich unter Anleitung Bewegungsübungen machten, den als effektiv geltenden Wirkstoff Topiramat bis zu einer Dosis von 200 Milligramm pro Tag nahmen oder aber Entspannungstechniken praktizierten.

Im Laufe des dreimonatigen Programms ging die Anfallshäufigkeit in allen drei Gruppen im praktisch identischen Maß zurück, beobachteten die Forscherinnen: Unabhängig von der Art der Behandlung blieb den Teilnehmerinnen im Schnitt ein Anfall pro Monat erspart – entsprechend einem insgesamt moderaten, in Einzelfällen jedoch sehr starken Effekt. Unerwünschte Nebenwirkungen traten allerdings nur in der Medikamentengruppe auf.

Forschung: Emma Varkey und Jane Carlsson, Sektionen för klinisk neurovetenskap och rehabilitering, Sahlgrenska akademin, Göteborgs universitet; Mattias Linde, Institutt for nevromedisin, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim

Veröffentlichung Cephalalgia, DOI 10.1177/0333102411419681

WWW:
Fysioterapi, Göteborgs universitet
Migräne
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

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