Geschmacksrezeptor für Fett gefunden
Donnerstag, 25. August 2011, 13:22 • Rubrik Ernährung, Medizin.
Menschen können die Güte der Nahrung, die sie gerade im Mund haben, vielleicht sehr viel besser einschätzen als bislang angenommen. Potsdamer Forscher haben in den Geschmacksknospen der Zunge ein Rezeptormolekül entdeckt, das auf Fettsäuren anspricht. Damit könnte es die Grundlage einer weiteren Geschmacksqualität sein.
Foto: Renee Comet/National Cancer Institute
Derzeit sind vom Menschen etwas mehr als 60 Geschmacksrezeptoren bekannt. Dazu zählten unter anderem Rezeptoren für Zucker, Aminosäuren und andere Nährstoffe, so das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke in einer Mitteilung. Die Vorliebe für Fettiges sei bislang allerdings auf Textur und Beschaffenheit, das “Mundgefühl”, der Nahrung sowie auf im Fett gelöste Aromastoffe zurückgeführt worden.
Diese Ansicht muss möglicherweise überdacht werden, fanden die Potsdamer Forscher um Maria Mercedes Galindo und Maik Behrens. Gemeinsam mit Kollegen in Berlin und München gingen sie Hinweisen aus Verhaltenstests nach, denen zufolge Menschen durchaus einen spezifischen Geschmackssinn für Fettsäuren haben könnten – und wurden fündig.
Beim Abgleich mit Ergebnissen aus Nagetierstudien fanden die Forscher einen Rezeptor mit der Bezeichnung GPR120, der im Labortest durch langkettige Fettsäuren aktiviert wird und zudem in menschlichen Geschmacksknospen vorkommt. Damit könnte er die Geschmackswahrnehmung und damit vielleicht auch das Ernährungsverhalten beeinflussen.
“Dies als Beweis für die Existenz einer sechsten Grundgeschmacksqualität ‚fettig’ zu sehen, wäre aber sicher vorschnell”, betont Wolfgang Meyerhof, Abteilungsleiter an dem Potsdamer Institut. “Hierfür müsste man nachweisen, dass das durch den Fettrezeptor ausgelöste Signal über spezialisierte Geschmackssinneszellen und nachgeschaltete Nervenbahnen als Geschmackssignal ans Gehirn weitergeleitet wird”, ergänzt Behrens.
Forschung: Maria Mercedes Galindo und Maik Behrens, Abteilung Molekulare Genetik, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke; und andere
Veröffentlichung Chemical Senses, DOI 10.1093/chemse/BJR069
WWW:
Abteilung Molekulare Genetik, DIfE
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Diese Erkenntnis ist nicht neu!
Japanische Forscher haben das bereits vor Jahren herausgefunden und diesen Typ als “köstlich” bezeichnet… einer der 6(!) Geschmackssinne.
Nein, die Geschmacksrichtung umami hat nichts zu tun mit dem Geschmack Fett, um welchen es bei diesem Artikel geht! Umami wird durch Glutaminsäuresalze hervorgerufen (Natriumglutamat als Vorreiter) und nicht durch Fett!