Posted in: Biologie 20. Juli 2011 16:01 Weiter lesen →

Attraktiver Körpergeruch bei Singvögeln

Foto zeigt zwei kleine Ammernvögel mit braunem Rücken und Schwingen, hellgrauem Bauch und Brust und schwarzem Kopf Gerüche spielen im Leben der Vögel eine größere Rolle als lange Zeit angenommen. Amerikanische Biologinnen haben am Beispiel eines kleinen Singvogels ermittelt, dass die Tiere ihre Artgenossen am Duft des Bürzelfetts erkennen können. Besonders attraktiv ist demnach der Geruch der Männchen.

Foto: BEACON Center, Michigan State University

Allerdings wirkt der männliche Geruch auf andere Männchen ebenso anziehend wie auf Weibchen, fanden Danielle Whittaker von der Michigan State University und ihre Kolleginnen. Die genaue biologische Funktion des Geruchs sei daher noch unklar, so die Forscherin. „Ich vermute, dass die Wirkung auf Männchen eine aggressive Reaktion auf den Geruch eines anderen Männchens darstellt.“

Seit einigen Jahren mehren sich die Hinweise darauf, dass der Geruchssinn von Vögeln nicht etwa verkümmert ist, sondern im Gegenteil große Bedeutung beim Finden von Nahrung und Geschlechtspartnern hat – insbesondere bei großen Seevögeln wie etwa den Albatrossen. Aber auch bei kleinen Singvögeln aus der Gattung der Junkos weist das Sekret der Bürzeldrüse, mit dem die Vögel ihr Gefieder imprägnieren, genetisch bedingte Unterschiede im Gehalt verschiedener flüchtiger Substanzen auf, hatten Whittaker und Kolleginnen entdeckt.

Die Forscherinnen untersuchten nun, ob und wie Junkos (Junco hyemalis) auf diese chemischen Unterschiede reagieren. Dazu setzten sie einzelne Vögel in einen sich gabelnden Gang aus Plexiglas, in dessen Schenkeln zwei unterschiedliche Bürzelfettproben platziert worden waren. Gemessen an der Zeit, die die Vögel in den beiden Schenkeln verbrachten, konnten sie Bürzelfett von Artgenossen klar von artfremdem Bürzelfett unterscheiden. Zudem wurden sämtliche Tiere von männlichem Bürzelfett stärker angezogen als von weiblichem.

Zwischen Bürzelfettproben aus geografisch getrennten Junko-Populationen schienen die Vögel dagegen keinen Unterschied zu machen, berichten Whittaker und Kolleginnen im Fachblatt „Behavioral Ecology“. Dieses Resultat widerspricht einer kürzlich von den Forscherinnen aufgestellten Hypothese, der zufolge Geruchsunterschiede zwischen den Populationen dazu beitragen könnten, dass sich diese zu separaten Spezies entwickeln.

Forschung: Danielle J. Whittaker und Ellen D. Ketterson, BEACON Center for the Study of Evolution in Action und Department of Zoology, Michigan State University, East Lansing, und Department of Biology, Indiana University, Bloomington; und andere

Veröffentlichung Behavioral Ecology, DOI 10.1093/beheco/arr122

WWW:
BEACON Center for the Study of Evolution in Action
Ketterson Lab, Indiana University
Dark-eyed Junco
Bürzeldrüse

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