Posted in: Technik 10. Juni 2011 20:00 Weiter lesen →

Wie die Sonne in die LED-Leuchte kommt

Prototypen der Leuchte mit Lichtleiter-Anschluss Sonnenlicht kann man „einsammeln“ und zur Beleuchtung von Räumen verwenden: Über so genannte Sollektoren auf dem Dach wird das Licht in optische Faserstränge eingespeist, die das Haus durchziehen. An der Zimmerdecke treten die Lichtleiter aus und geben das Sonnenlicht in speziellen Leuchten wieder frei. Geht die Sonne unter oder bedecken dunkle Wolken den Himmel, kann LED-Technik einspringen.

Prototyp der Lichtleiter-Leuchte. Foto: Siemens

Der Sollektor auf dem Dach besteht aus einer quadratischen Platte mit etwas mehr als einem halben Meter Kantenlänge. 900 Linsen bündeln das Sonnenlicht und leiten es in die Faserstränge. Ultraviolette Strahlen, die die Haut schädigen, und infrarote Anteile, die die Räume aufheizen, werden ausgefiltert.

Sollektor auf dem Dach eines Gebäudes Sollektor auf dem Dach. Foto: Siemens

Weil nur direktes Sonnenlicht, nicht aber die diffuse Strahlung aus einem bedeckten Himmel verwertet werden kann, lohnt sich der Einsatz des Systems eher in sonnigen Gegenden. Zwischen 50 und 70 Prozent des eingefangenen Lichts komme dabei in den zu beleuchtenden Räumen an, so die Entwickler; bei praller Sonne könne ein Sollektor einen Raum mit der Lichtmenge von zwölf Glühlampen á 60 Watt versorgen. Die Technik, die an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg entwickelt wurde, soll vom Start-up „Bavarian Optics“ vermarktet werden.

Jetzt entsteht in Zusammenarbeit mit der Firma Osram eine Leuchte, die bei nicht ausreichendem Sonnenlicht zusätzliches Kunstlicht aus Leuchtdioden (LED) beisteuern kann: Sensoren, die dem menschlichen Helligkeitsempfinden angepasst sein sollen, registrieren dabei, ab wann zusätzliches Licht gebraucht wird. Weil sich die spektrale Zusammensetzung von natürlichem Licht im Tagesverlauf ändere, so die Entwickler, variiere man je nach Tageszeit die Farbe des weißen LED-Lichts: Morgens und abends werde Rot beigemischt, tagsüber sei der Blauanteil höher.

Quelle: Bavarian Optics / Osram, Siemens

WWW:
Bavarian Optics
Artikel im Siemens-Magazin „Picture of the Future“ (PDF)

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