Posted in: Psychologie, Vermischtes 2. März 2011 01:01 Weiter lesen →

Vielfalt verwirrt

Collage zeigt sechs Münder, teils lachend, mit rot bis bläulich gefärbtem Lippenstift Wer die Wahl hat, hat die Qual – nicht nur vor dem Supermarktregal, sondern auch bei der Partnersuche. Dieses Fazit ziehen zwei britische Forscher nach der Analyse von Speed-Dating-Veranstaltungen. Je stärker sich die teilnehmenden Männer bzw. Frauen unterschieden, umso seltener fanden die Teilnehmer des jeweils anderen Geschlechts einen potenziellen Traumpartner.

Fotos: SpooSpa/Flickr (Creative Commons Attribution Share Alike 2.0 )

Dieses Resultat stehe im Einklang mit Experimenten aus der Konsumforschung, erläutern Alison Lenton von der Universität Edinburgh und Marco Francesconi von der University of Essex im Fachblatt „Biology Letters“. Ihrer Ansicht nach liefert es „einen weiteren Beleg für die eingeschränkte Rationalität bei der menschlichen Partnerwahl“.

Für ihre Studie nutzten die Psychologin und der Wirtschaftswissenschaftler Daten aus 84 kommerziellen Speed-Datings mit insgesamt 3.738 Teilnehmern. Bei den Veranstaltungen hatten jeweils bis zu 31 Männer und Frauen drei Minuten Zeit für ein erstes Kennenlernen. Danach sollten sie angeben, welche Teilnehmer sie gerne wiedersehen würden. Erwartungsgemäß gaben die Männer deutlich mehr positive Einschätzungen ab als die Frauen.

Beide Geschlechter hatten allerdings im ähnlichen Maß mit der Vielfalt zu kämpfen. Je größer die Spannbreite der Eigenschaften Alter, Schulbildung, Art des Berufs, Tabakkonsum, Religiosität, Körpergröße und Body-Mass-Index unter den Teilnehmern war, umso weniger Wünsche nach einem Wiedersehen wurden geäußert. Zudem führte mehr Vielfalt zu weniger Einhelligkeit in den Einschätzungen der Männer bzw. Frauen. Beide Umstände ließen vermuten, dass Vielfalt nicht etwa wählerischer mache, sondern überfordere, folgern Lenton und Francesconi.

Forschung: Alison P. Lenton, Department of Psychology, University of Edinburgh, Edinburgh, und Marco Francesconi, Department of Economics, University of Essex, Colchester

Veröffentlichung Biology Letters, 2. März 2011, DOI 10.1098/rsbl.2011.0098

WWW:
Human Cognitive Neuroscience, University of Edinburgh
Department of Economics, University of Essex
The „Pretty Woman“ Story

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