Posted in: Archäologie, Technik 14. Februar 2011 18:20 Weiter lesen →

Virtueller Flug offenbart alte Stätten

Foto zeigt bärtigen Mann mit Brille, eine Weste tragend, vor einem Computerbildschirm mit einem Satellitenbild Mit seiner schieren Größe und spärlichen Vegetation erscheint Saudi-Arabien als Fundgrube für Archäologen. Zwei australische Forscher haben die Probe aufs Exempel gemacht und eine kleine Fläche im Westen des Landes mithilfe frei verfügbarer Satellitenbilder erkundet. Dabei stießen sie auf beinahe 2.000 von den ehemaligen Bewohnern angelegte Strukturen.

Foto: University of Western Australia

Trotz seiner reichen Geschichte sei Saudi-Arabien noch immer eines der archäologisch am wenigsten erkundeten Länder im Mittleren Osten, erklärt David Kennedy von der University of Western Australia. Die Lokalisierung und Kartierung der dortigen archäologischen Stätten aus der Luft sei aber kaum möglich, da nur selten Luftaufnahmen freigegeben oder gar Erkundungsflüge genehmigt würden.

Kennedy und sein Kollege Michael Bishop nutzten stattdessen die Software Google Earth, um einen Teil des Landes zumindest virtuell zu überfliegen. Die beiden Forscher erkundeten eine Region östlich der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer, für die in Google Earth hochauflösende Satellitendaten zur Verfügung stehen. Auf einer Fläche von 1.240 Quadratkilometern – entsprechend der Größe Roms – machten sie 1.977 mutmaßliche archäologische Stätten aus.

Gemessen an dem typischen schlüsselloch- oder amulettförmigen Grundriss dürfte es sich bei etwa der Hälfte der Stätten um Jahrhunderte oder Jahrtausende alte Begräbnisstätten handeln. Andere Strukturen erinnern im Grundriss an mehrere Hundert Meter lange Trichter und dienten vermutlich als Tierfallen.

Die neuen Zahlen belegten das große Potenzial von Google Earth für die Erkundung großer und schlecht zugänglicher Flächen, so Kennedy weiter. Bereits früher hatten Forscher die Software genutzt, um beispielsweise Einschlagkrater zu finden. Mitunter konnten die auf den Satellitenbildern scheinbar klar vorhandenen Strukturen bei einer Erkundung vor Ort aber nicht bestätigt werden.

Forschung: David Kennedy und Michael C. Bishop, School of Humanities, University of Western Australia, Perth

Veröffentlichung Journal of Archaeological Science, DOI 10.1016/j.jas.2011.01.003

WWW:
Aerial Archaeology, University of Western Australia
Fariq Al Sahra
Aerial Archaeology
Google Earth statt Hammer und Bürste

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