Posted in: Medizin 1. Februar 2011 00:30 Weiter lesen →

Hündin riecht Darmkrebs

Foto zeigt Kopf eines hellen Labrador Retrievers von rechts, leicht nach oben schauend Krebs hat möglicherweise seinen ganz eigenen Geruch. Dieses Fazit ziehen japanische Mediziner nach Tests mit einem Hund. Nach Durchlaufen eines umfassenden Trainings konnte das Tier Patienten mit Darmkrebs und Kontrollpersonen auseinanderhalten, indem es an Atemproben bzw. Stuhlproben schnupperte.

Foto: John R. via Flickr (Creative Commons Attribution Share-Alike 2.0 Generic)

Dabei legte die achtjährige Labradorhündin eine bemerkenswerte Treffsicherheit an den Tag, berichten die Forscher um Hideto Sonoda vom Fukuoka Dental College im Fachblatt „Gut“. Ihrer Ansicht nach sollte daher versucht werden, die offenbar sehr charakteristischen Duftstoffe zu identifizieren und mit diesem Wissen neue Methoden für Vorsorgeuntersuchungen zu entwickeln.

Sonoda und Kollegen führten ihre Studie mit insgesamt 306, meist älteren Personen durch. Von diesen wiesen 48 ein kolorektales Karzinom auf, die übrigen 258 waren nicht an Dickdarmkrebs erkrankt bzw. hatten diesen überwunden. Alle Teilnehmer unterzogen sich einer Darmspiegelung, in deren Verlauf etwas Spülflüssigkeit gesammelt wurde. Die Atemproben wurden in Plastiktüten gesammelt und bis zum Test tiefgekühlt gelagert.

Jeder Testdurchgang begann, indem die Hündin gewissermaßen als Maßstab die Atemprobe des immer gleichen Darmkrebspatienten zu riechen bekam. Dann schnupperte sie nacheinander an einer Reihe von fünf Atemluft- bzw. Stuhlproben, von denen lediglich eine von einem Patienten stammte. In 66 von 70 Durchgängen setzte sie sich daraufhin vor die korrekte Probe, um ihren Fund anzuzeigen.

Ob die Personen rauchten oder an anderen, gutartigen Darmerkrankungen litten, schien dabei keine Rolle zu spielen, berichten Sonoda und Kollegen. Die Mediziner gehen davon aus, dass sich Tumoren – zumindest für die feine Hundenase – durch eine besondere Kombination flüchtiger Verbindungen bemerkbar machen. Angesichts des Aufwands für das Training und der begrenzten Konzentrationsfähigkeit von Spürhunden halten es die Forscher jedoch für sinnvoller, auf technische Lösungen zum Nachweis dieser Geruchsstoffe zu setzen.

Forschung: Hideto Sonoda und Akihiro Watanabe, Department of General Surgery, Fukuoka Dental College Hospital, Fukuoka; Yuji Satoh, St. Sugar Cancer Sniffing Dog Training Center, Chiba; Yoshihiko Maehara, Department of Surgery and Science, Kyushu University, Fukuoka; und andere

Veröffentlichung Gut, 1. Februar 2011, DOI 10.1136/gut.2010.218305

WWW:
Fukuoa Dental College
Krebsinformationsdienst, DKFZ Heidelberg
Dickdarmkrebs

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