Flugsaurier mit Ei entdeckt
Donnerstag, 20. Januar 2011, 20:00 • Rubrik Paläontologie.
Eine Entdeckung mit Seltenheitswert ist chinesischen und englischen Paläontologen geglückt. In rund 160 Millionen Jahre altem Gestein identifizierten sie den ersten Flugsaurier, dessen Geschlecht sich zweifelsfrei bestimmen lässt. Zusammen mit dem kleinen Reptil ist nämlich auch der Abdruck eines Eis in seinem Leib erhalten.
“Mrs. T” hatte eine Spannweite von knapp 80 Zentimetern. Foto: Lü Junchang, Institute of Geology, Beijing
Die gut entwickelte Eischale zeige, dass das Weibchen “kurz vor der Eiablage stand, als es tödlich verunglückte”, erklärt David Unwin von der Universität Leicester. Für die Wissenschaft stelle dieses Ereignis nachträglich einen echten Glücksfall dar, liefere das detailreiche Fossil doch viele neue Einsichten. Unter anderem zeige es, dass Biologie und Ökologie der Pterosaurier weniger vogelähnlich gewesen seien als bislang angenommen, berichten der Forscher und seine Kollegen im Magazin “Science”.
Die Gruppe um Unwin und seinen Kollegen Junchang Lü von der Chinesischen Akademie der Geologischen Wissenschaften in Peking studierte ein Fossil, das ein Bauer in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas gefunden hatte. Das etwa ellenlange Tier mit seiner spitz zulaufenden Schnauze ist beinahe vollständig erhalten und gehört zur Gattung Darwinopterus, die bereits durch zahlreiche andere Fossilien aus der gleichen Gesteinsformation bekannt ist.
Grafik: Mark Witton, University of Portsmouth
Direkt hinter dem relativ breiten Becken findet sich ein rund 2,5 Zentimeter großes Ei mit einer offenbar pergamentartigen Schale, wie sie auch für heutige Schuppenkriechtiere typisch ist. Lü, Unwin und Kollegen schätzen, dass das Ei ursprünglich gut sechs Gramm wog und damit – gemessen an der Masse des Weibchens von höchstens 220 Gramm – nur ein Drittel der Masse eines typischen Vogeleis besaß. Vermutlich vergruben Pterosaurier ihre Eier im Boden und überließen sie dann weitgehend sich selbst, folgern die Forscher.
Schließlich fehlt dem “Mrs. T” getauften Weibchen auch der Knochenkamm, der den Schädel mancher Pterosaurierfossilien ziert. Das Nichtvorhandensein des Kamms wie auch die große Beckenbreite seien vermutlich typisch für Darwinopterus-Weibchen und generell für weibliche Pterosaurier, vermuten die Forscher. Aus dieser Beobachtung ergebe sich wiederum eine naheliegende Funktion für den mitunter extrem stark entwickelten Kamm, so Unwin: “Wahrscheinlich diente er dazu, Rivalen einzuschüchtern oder Weibchen wie Mrs. T zu betören.”
Forschung: Junchang Lü und Qiang Ji, Institute of Geology, Chinese Academy of Geological Sciences, Beijing; David M. Unwin, School of Museum Studies, University of Leicester, Leicester; und andere
Veröffentlichung Science, Vol. 331, 21. Januar 2011, pp 312-4, DOI 10.1126/science.1197323
WWW:
Chinese Academy of Geological Sciences
School of Museum Studies, University of Leicester
Flugsaurier
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[...] noch mal so nebenbei, quasi der Vollständigkeit halber zur Frage, was zuerst da war, Henne oder Ei: Man hat das Fossil eines Flugsauriers mit Ei gefunden. Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Nur mal so nebenbei, Wissenschaft. Permalink in die [...]
Diese Flugsaurier sind aber keine Vorfahren der Hühner!