Posted in: Ernährung, Gesundheit, Medizin 14. Januar 2011 14:09 Weiter lesen →

Wie Kaffee vor Diabetes schützen könnte

Nahaufnahme gerösteter, dunkelbrauner Kaffeebohnen Kaffeetrinker erkranken seltener an Diabetes. Einen möglichen Ansatz zur Erklärung dieses Zusammenhangs haben amerikanische Mediziner im Rahmen einer Studie mit mehr als 700 Frauen gefunden. Ausgerechnet ein Protein, das normalerweise als Transporteur und Puffer für Geschlechtshormone dient, könnte demnach zu dem vorbeugenden Effekt beitragen.

Das Blut starker Kaffeetrinkerinnen weist einen erhöhten Spiegel des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) auf, fanden die Forscher um Atsushi Goto von der University of California in Los Angeles. Und wird dieser Unterschied bei der Schätzung des Diabetesrisikos berücksichtigt, lässt sich kein schützender Effekt des Kaffeekonsums mehr nachweisen.

Goto und Kollegen verglichen die Lebensgewohnheiten von je 359 älteren Frauen ohne Diabetes und solchen mit Diabetes vom Typ 2. Bei dieser Form der Zuckerkrankheit kann der Körper zwar noch Insulin produzieren, die Zellen werden jedoch unempfindlich gegenüber dem Blutzuckerhormon. Einst als „Altersdiabetes“ bezeichnet und vergleichsweise selten, tritt die Krankheit als Folge von Bewegungsmangel und falscher Ernährung immer häufiger und auch bei jungen Menschen auf.

Die statistische Analyse ergab, dass jene Frauen, die täglich mindestens vier Tassen Kaffee tranken, ein rund 50 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko aufwiesen als jene, die Kaffee mieden. Für entkoffeinierten Kaffee oder Tee fand sich kein solcher Effekt. Wurde der SHBG-Spiegel in die Analyse einbezogen, streuten die Schätzwerte für das Erkrankungsrisiko so stark, dass kein klarer Zusammenhang mit dem Kaffeekonsum herstellbar war.

SHBG wird hauptsächlich von der Leber produziert und ins Blut abgegeben, wo es Geschlechtshormone wie Testosteron und Estradiol bindet. Frühere Studien hätten gezeigt, dass der SHBG-Spiegel durch die Ernährung beeinflusst werden könne, erläutert Gotos Kollege Simin Liu. Offenbar schließe dies den Kaffeekonsum mit ein, so der Mediziner. Wie genau der Zusammenhang zwischen Geschlechtshormonen, Bindeprotein und Diabetesrisiko aussehe, sei aber noch offen.

Forschung: Atsushi Goto und Simin Liu, Department of Epidemiology und Department of Medicine, University of California, Los Angeles; und andere

Veröffentlichung Diabetes, Vol. 60(1), pp 269-75, DOI 10.2337/db10-1193

WWW:
Program on Genomics and Nutrition, UC Los Angeles
Sex Hormone-binding Globuline
Diabetes heute
Kaffeeklatsch

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