Posted in: Gesundheit, Medizin 7. Dezember 2010 13:57 Weiter lesen →

Sonnencreme gegen schwarzen Hautkrebs

Foto zeigt gleißende Sonne am hellblauen Himmel Wer regelmäßig Sonnencreme benutzt, kann damit sein Risiko senken, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Diese Ansicht bekräftigen Daten einer groß angelegten Studie in Australien. Bei jenen Teilnehmern, die täglich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 16 auftrugen, trat das berüchtigte Melanom in der Folgezeit etwa halb so oft auf wie bei jenen, die nach Gutdünken zur Sonnencreme griffen.

Foto: Carla Nunziata via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share-Alike 3.0)

Wenn es um die Gesundheit der Haut gehe, reiche es jedoch nicht aus, sich allein auf Sonnencreme zu verlassen, betont Adèle Green vom Queensland Institute of Medical Research. „Sonnencreme ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung von Hautkrebs, sie ist aber nicht der einzige.“ Ebenfalls wichtig seien einfache Verhaltensregeln wie das Tragen schützender Kleidung oder das Meiden des prallen Sonnenlichts.

Green und ihre Kollegen analysierten Daten aus der Kleinstadt Nambour, nördlich von Brisbane nahe der australischen „Sunshine Coast“ gelegen. Dort hatte im Jahr 1992 eine Studie zur Prävention von weißem Hautkrebs begonnen, an der rund 1.600 Erwachsene teilnahmen. Die Hälfte davon wurde angewiesen, sich fünf Jahre lang allmorgendlich sowie nach schweißtreibenden Aktivitäten und nach dem Baden mit Sonnencreme einzureiben. Bis zum Jahr 2006 wurde bei 11 dieser Teilnehmer ein Melanom diagnostiziert. In der Kontrollgruppe ohne nähere Anweisungen trat der schwarze Hautkrebs bei 22 Personen auf.

Würde man eine Wirkungslosigkeit der Sonnencreme unterstellen, hätte sich ein solches Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent auch rein zufällig ergeben können, schreiben Green und Kollegen im „Journal of Clinical Oncology“. Des ungeachtet lägen nun erstmals Daten aus einer großen randomisierten Studie zu dem Schutzeffekt vor, so die Medizinerin, deren Forschung unter anderem von der Firma L’Oréal unterstützt wird. Bei früheren Studien habe man den Effekt nur schwer einschätzen können, da sich beispielsweise sehr hellhäutige Menschen von vornherein öfter eincremten.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangen auch Phyllis Gimotty and Karen Glanz von der University of Pennsylvania in einem begleitenden Kommentar. Zwar liege die statistische Signifikanz der Ergebnisse rein formell im Grenzbereich, so die Mediziner. Insgesamt sprächen die Zahlen jedoch stark dafür, dass regelmäßiges Eincremen insbesondere vor aggressiv wachsenden Melanomen schützen könne.

Forschung: Adèle C. Green, Gail M. Williams, Valerie Logan und Geoffrey M. Strutton, Queensland Institute of Medical Research, University of Queensland und Princess Alexandra Hospital, Brisbane

Veröffentlichung Journal of Clinical Oncology, DOI 10.1200/JCO.2010.28.7078 JCO und 10.1200/JCO.2010.31.7529

WWW:
Cancer and Population Studies Group, Queensland Institute of Medical Research
Nambour Skin Cancer Prevention Trial
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