Posted in: Astronomie, Geologie, Technik 25. Oktober 2010 18:25 Weiter lesen →

Viel Wärme nach großem Einschlag

Montage zeigt von Flammen umgebenden Gesteinsbrocken über der wolkenbedeckten Erde Auf die Spur eines großen Asteroideneinschlags sind zwei australische Forscher gestoßen. Der Einschlag verrät sich durch deformierte Mineralkörnchen in einem Gebiet von mehr als 80 Kilometer Durchmesser. Möglicherweise schuf er die Grundlage für ein reichhaltiges Vorkommen geothermischer Wärme.

Bild: Fredrik/NASA via Wikimedia.org (Public Domain)

Wahrscheinlich sei vor über 300 Millionen Jahren ein sehr großer Asteroid oder ein Schwarm kleinerer Asteroiden im heutigen Outback niedergegangen, erklärt Tonguç Uysal von der University of Queensland in Brisbane. „Dieser Einschlag löste eine gewaltige Explosion aus, brachte das Grundwasser zum Kochen und bewirkte chemische und mineralogische Veränderungen im umgebenden Gestein.“

Die verräterischen Mineralkörnchen stammen aus dem Cooperbecken im Südosten Australiens, einem großen Sedimentbecken mit zahlreichen Vorkommen von Erdöl und Erdgas. Bei der Untersuchung von Quarzkörnchen aus dem Gestein unterhalb der kilometerdicken Sedimentschichten war Uysal aufgefallen, dass die Kristallebenen in den Körnchen gegeneinander verschoben sind.

Aus Art und Umfang dieser Deformationen folgern Uysal und sein Kollege Andrew Glikson von der Australian National University, dass die Mineralkörnchen einem Druck von mehr als 20 Gigapascal ausgesetzt waren. Dieser Druck müsse zudem stoßweise aufgetreten sein, so die Forscher, daher schieden tektonische Kräfte als Ursache aus.

Das Gestein unter dem isolierend wirkenden Sediment des Cooperbeckens ist bis zu 270 Grad Celsius heiß und daher eine vielversprechende Ressource für die Nutzung geothermischer Energie. Dieses Potenzial könnte letztlich dem Einschlag zu verdanken sein, glaubt Uysal. Vielleicht habe erst das Aufbrechen des Gesteins zur Konzentrierung radioaktiver und damit wärmeproduzierender Elemente geführt.

Forschung: Andrew Y. Glikson, Planetary Science Institute, Australian National University, Canberra, und I. Tonguç Uysal, Geothermal Energy Centre of Excellence, University of Queensland, Brisbane

Präsentation auf der 2010 Australian Geothermal Energy Conference, Adelaide

WWW:
Geothermal Energy Centre of Excellence, University of Queensland
Planetary Science Institute, Australian National University
Cooper Bassin – New 3D Map Assists Geothermal Exploration
Earth Impact Database

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